Lauren Meyer

//

Zu bestimmten Zeiten beginnen Unternehmen gerne ihre Versandfrequenzen zu erhöhen, um so viele Empfänger wie möglich zu erreichen.

Wichtige Zeiträume mit einem generell hohen Versandvolumen sind um:

  • Wintersales
  • Valentinstag
  • Ostern
  • Muttertag
  • Sommersales
  • Black Friday bis Cyber Montag
  • Weihnachten

 

Doch diese Versanderhöhung kann unter Umständen zu einer schlechten Zustellbarkeit führen. Warum und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

 

 

Die 3 häufigsten Gründe für Zustellbarkeitseinbrüche und wie Sie diese vermeiden

1. Grund: Plötzliche Erhöhung des E-Mail Volumens “über Nacht”

In Anbetracht der Tatsache, dass das Versenden hoher E-Mail Volumen zu bestimmten Stoßzeiten ein globaler Trend ist, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass E-Mail Clients diese zusätzliche Menge an E-Mails bewältigen müssen.

Typische Versandspitzen im E-Mail Marketing. Quelle: Mailjet, 2018

 

Je nach E-Mail Menge kann dies zu Verzögerungen beim Versand und manchmal sogar zu Zeitverschiebungen auch bei Absendern mit einer positiven Absender-Reputation führen, wenn die Server der E-Mail Clients überlastet sind.

Es ist auch bekannt, dass der E-Mail Verkehr während dieser Zeiträume zu einer strengeren ISP-Spamfiltersytem führen. ISPs nehmen nämlich große Volumensteigerungen von E-Mail Kampagnen als “Spikes” wahr.

Diese werden von den ISPs sehr misstrauisch angesehen, da sie das Verhalten von Spammern nachahmen bzw. eine gängige Praxis darstellt. Die Konsequenz: Die E-Mails landen im Spam-Ordner oder werden vorab blockiert.

Bounce Rate bei E-Mail Kampagne sehen bei Mailjet

Ein Blick in Ihre E-Mail Statistiken zeigt die Anzahl der Bounces an.

 

Dies macht es noch schwieriger für Versender, den Posteingang der Empfänger erfolgreich zu erreichen. Auch führt dies zu längeren Bearbeitungszeiten seitens des ISP-Supportteams, sollten Sie diese um Hilfe bitten.

E-Mail Marketing Softwares können nicht kontrollieren, ob ein ISP die E-Mails annehmen, oder wie schnell sie auf Supportanfragen reagieren.

Der Schlüssel zu einer starken Zustellbarkeit während dieser Spitzenzeiten und -tage liegt in der vorausschauenden Planung und einem gut durchdachten Ansatz.

Im Idealfall sollte jede Volumenzunahme von einem Tag auf den anderen nie mehr als 35-40% betragen, gemessen an das Volumen, das Sie in den letzten zwei Wochen gesendet haben.

Eine sicherere Empfehlung wäre es, die Volumenzunahme auf maximal 25% zu begrenzen. D.h. wenn Sie typischerweise an 100.000 Empfänger versenden, sollten Sie bei der nächsten Kampagne ca. 125.0000 Kontakte anvisieren, dann rund 156.00o und so weiter.

Dies entspricht dem gängigen IP-Warm-Up-Plan.

Beispiel für einen IP-Warmup-Plan

 

Absender mit hoher Datenqualität und Reputation können manchmal mit enormen Mengensteigerungen davonkommen. Doch das empfehlen vor allem bei den typischen E-Mail Spitzenzeiten nicht.

Diese Empfehlung zur Vermeidung von Volumenspitzen ist in erster Linie für Absender mit einer dedizierten IP wichtig, denn für diese Versender ist eine sehr gute Zustellbarkeit in der Regel besonders wichtig.

 

Beachten Sie jedoch , dass es auch für Absender im Shared Pool wichtig ist, das Versandvolumen nur gemäßigt zu erhöhen. ISPs wie Google Mail verfolgen die Reputation auf Absenderadresse und Domain-Ebene, so dass Volumenspitzen von einer bestimmten Domain auch als verdächtig angesehen werden können.

 

2. Grund: Plötzlicher E-Mail Versand an inaktive Empfänger

Neben einer rapiden Erhöhung des Versandvolumens, kann das plötzliche Anschreiben von inaktiven Kontakten ebenfalls zu einem Einbruch der E-Mail Zustellbarkeit führen.

Inaktive Kontakte meint Empfänger, die seit einer gewissen Zeit nicht mehr mit Ihren E-Mails interagiert hat.

Wir bei Mailjet sprechen von inaktive Kontakte, die

  • seit drei Monaten keine E-Mails mehr geöffnet oder angeklickt haben
  • sich aus der E-Mail Liste abgemeldet haben, jedoch noch im System ist und weiterhin angeschrieben werden
  • Ihre E-Mails als Spam markieren
  • oder wenn die E-Mail zurück kommt (Bounce),

 

Das unerwartete Anschreiben dieser Kontakte kann zu hohen Bounce-Raten und Spamfallen führen, wenn die zu kontaktierenden Adressen nicht mehr existieren. Beide verursachen sehr schnell Zustellbarkeits-Probleme.

Es ist unter Umständen in Ordnung, auch Ihre inaktiven Empfänger anzuschreiben, doch machen Sie es mit Bedacht.

Nehmen Sie im ersten Schritt eine Reinigung Ihrer Kontaktlisten vor und separieren Sie die inaktiven von den aktiven Empfängern.

E-Mail Segment Inaktive Empfänger bei Mailjet erstellen

Beispiel für ein E-Mail Segment bei Mailjet, das inaktive Kontakte auswählt.

 

Führen Sie anschließend mit einem kleinen Prozentsatz dieser Benutzer als Test. Wir empfehlen diese Testgröße auf maximal 10% des Tagesvolumens zu beschränken, welches Sie zu Beginn versenden möchten.

Wenn der Test gut verläuft, dann können Sie versuchen, ihn beim nächsten Mal zu erhöhen – jedoch nur Schritt für Schritt.

 

3. Grund: Plötzliche Zunahme der Versandfrequenz ohne Ankündigung

Während bei einem einmaligen Massenversand eher die ISP Alarm schlagen und diese Praxis gerne direkt mit einer schlechten Zustellbarkeitsrate bestrafen, kann eine plötzliche Erhöhung der allgemeinen Verandfrequenz an die Empfänger sich ebenfalls negativ auswirken, besonders dann, wenn diese ohne Vorankündigung geschieht.

Von einer plötzlichen Erhöhung spricht man beispielsweise dann, wenn Sie Ihre Empfänger normalerweise einmal pro Woche einen Newsletter schicken und Sie den Versand von heute auf morgen auf drei Mal pro Woche erhöhen.

Doch wenn Empfänger nicht an diese neue hohe Versandfrequenz gewöhnt sind bzw. nicht informiert werden, können diese davon schnell überfordert sein oder verärgert werden.

Dies kann zu höheren Spam- und Abmelderaten sowie niedrigeren Öffnungs- und Klickraten führen.

E-Mail direkt in Gmail als Spam markieren

Option in Gmail E-Mail als Spam zu markieren.

 

Alle diese Reaktionen werden von ISPs negativ bewertet, was zum Weiterleiten der E-Mail in den Spam-Ordner oder direkte Blockierungen führt.

Prinzipiell ist es in Ordnung, die Versandfrequenz zu erhöhen. Doch empfehlen wir

  1. Ihre Empfänger vorab darüber zu informieren und
  2. wertvolle E-Mail Inhalte bereitstellen, die die Zeit des Empfängers wert sind.

In jedem Fall sollten Sie eine klare Strategie haben und nicht aus dem Bauch heraus mehr E-Mail Kampagnen als sonst zu versenden.

 

Fazit

Denken Sie daran, dass nicht nur Sie, sondern fast jeder E-Mail Versender zu diesen Spitzenzeiten mehr Kampagnen versenden. Das bedeutet einen intensiven Kampf um die Aufmerksamkeit im Posteingang.

Mehr E-Mails im Posteingang eines Empfängers (von Ihnen und dem Rest des Internets) bedeuten weniger Chancen für das Lesen einer bestimmten E-Mail. Infolgedessen kann es sein, dass Sie saisonbedingt eine etwas niedrigere Öffnungsraten sehen werden.

Daher gilt gerade zu Versand-Spitzenzeiten: Klasse ist besser als Masse.