Thomas Hajdukowicz

Thomas Hajdukowicz

Sofern Sie nicht jeglicher Technik abgeschworen haben, was ein bisschen schwierig sein dürfte, da Sie gerade diesen Blogartikel lesen, werden Sie bestimmt von dem neuesten Trend gehört haben: Pokémon GO. Seit zwei Wochen können wir uns nach Belieben als Pokémon Trainer probieren und natürlich Pikachu, Glumanda, Traumato und Co. fangen – zumindest bei ausreichender Netzabdeckung. Aber was hat denn nun Pokémon GO mit Marketing im Allgemeinen und E-Mail Marketing im Speziellen zu tun? Eigentlich mehr als man zunächst denken würde.

 

Ignorieren? Zwecklos!

Die Internetwelt ist voll von Hypes. Wer kennt nicht den Gangnam Style, den Harlem Shake oder die Ice Bucket Challenge. Das neueste große Ding ist ohne Zweifel Pokémon GO. Doch dieses Spiel ist anders als seine Hype-Vorgänger.

Das Spiel aus dem Hause Niantic Lab in Kooperation mit der japanischen Pokémon Company entstanden ist binnen weniger Tagen eingeschlagen wie eine Bombe. Am Veröffentlichungstag wurde dieses in den ersten 20 Minuten über 100.000 Mal heruntergeladen. Sowohl im App-Store als auch in Google.Play-Store führt das Spiel die Bestenlisten an und lässt Facebook, WhatsApp und Twitter weit hinter sich – nicht nur was die Download-Rate, sondern auch die tägliche Nutzungsdauer betrifft.

Catching Pokémon

 

Der Andrang ist teilweise so hoch, dass sich die Spielinteressierten auf einer Warteliste wiederfinden, weil das Unternehmen mit der Verarbeitung der Anmeldungen nicht hinterher kommt. Ein aktueller Blick auf AppInstitute zeigt, dass sich binnen 10 Minuten durchschnittlich 50.000 User das Spiel herunterladen und 109.000 US-Dollar durch Inspiel-Käufe und Co. erwirtschaftet werden. Bereits nach 14 Tagen gilt Pokémon Go bereits als die erfolgreichste App aller Zeiten.  

Von dieser furiosen Entwicklung profitiert auch Nintendo. Zwar nicht direkt an der Entwicklung beteiligt, hält das Unternehmen einige Anteile an Niantic Lab sowie 32 Prozent an der Pokémon Company, eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als goldrichtig erwiesen hat. Als Vermarkter der Pokémon-Reihe ist Nintendo aktuell mehr wert als der große Konkurrent Sony.

Jeder, der in seiner Jugend Ash und Pikachu auf ihren Abenteuer begleitet hat, mag wohl von dem neuen Trend-Spiel hell auf begeistert zu sein. Doch der enorme Erfolg des Spiels lassen nicht nur Pokémon-Freunde Freundentränen in die Augen treiben. Auch kreative Unternehmen sind bereits dabei, sich das Spiel für Ihre eigenen Marketing-Zwecke zunutze zu machen.

 

Vom Versuch alle Kunden einzufangen

Sofern Ihr Blick nicht bereits schon auf Ihr Smartphone-Display geheftet ist, werden Sie bereits bemerkt haben, dass große Firmen bereits auf dem Pokémon-Zug aufgesprungen sind und den Hype damit kräftig mit anheizen. Doch auch wenn Ihnen nicht die finanziellen und personelle Ressourcen wie Amazon und Mall of America zur Verfügung stehen, können auch Sie vom aktuellen Pokémon GO Hype profitieren.

Einer der größten Vorteile des Spiels ist die Verbindung der digitalen mit der realen Welt. Obwohl das Spiel auf dem Smartphone oder Tablet gespielt wird, interagieren die User dabei mit der wirklichen Welt. Diese suchen dabei tatsächlich existierende Plätze, Straßen und Gebäude auf, um dort fangwillige Pokémons zu erhaschen und diese in Arenen gegeneinander antreten zu lassen.

Genau diese Verbindung spielt Unternehmen in die Hände. Anders als bei anderen Online-Spielen, müssen sich die Pokémon-Enthusiasten zum Spielen an die frische Luft begeben. Auf der Suche nach dem nächsten Catch passieren die User real existierende Ladengeschäfte. Mit etwas Glück befinden sich die einzelnen Monster direkt vor der eigenen Ladentür. Findige Unternehmen und sogar Parteien nutzen bereits die Chance und veröffentlichen auf den sozialen Medien Bilder, die die eigenen Lokalität als PokeStop oder Arena zeigen. Nicht wenige helfen Ihrem Glück bereits etwas nach und kaufen sich ein digitales Lockmittel, um die Pokémons für eine gewisse Zeit anzulocken, denn sind die Monster nicht weit, sind das die Spieler auch nicht.

Pokestop Twitter SuchePokestop FDP Twitter Suche
 

Die Idee dahinter: die Aufmerksamkeit der User auf sich zu ziehen. Vor Ort finden diese dann neben dem Objekt ihrer Begierde Rabatte und sonstige Sonderangebote. Auch einzelne Tourismenbüros haben das Potenzial erkannt. Die Stadt Bielefeld bietet bereits eigene Pokémon Stadt-Touren an.

Offizielle Partnerschaften zwischen den Machern von Pokémon GO und kooperationswilligen Unternehmen existieren bislang noch nicht. John Hanke, Geschäftsführer von Niantic Lab, kündigte bereits an, dass diese in naher Zukunft möglich sein werden. Das Entwicklungsstudio arbeitet bereits an einer entsprechenden Infrastruktur.

 

Und was habe ich als E-Mail Marketer davon?

Da sich Niantic sich 2015 von Google getrennt hat, ist es relativ unwahrscheinlich, dass die größte Suchmaschine der Welt aktive Unterstützung bei der Vermarktung leisten wird. Viel wahrscheinlicher ist, dass Niantic Sponsored Content und Bezahlinhalte setzen wird. Um die Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität für Spieler und Unternehmen gleichermaßen zu verbessern, wird die App permanent weiterentwickelt, denn ohne aktive Spieler keine lukrativen Kooperationsanreize. Angeblich ist McDonalds bereits an einem Deal mit der Spieleschmiede interessiert.

Auch das Medium E-Mail wird wohl in absehbarer Zeit Teil der Pokémon GO werden. Die E-Mail war, ist und wird auch weiterhin das perfekte Medium sein, um Nachrichten mit wenig Streuungsverlusten an die Zielgruppe zu versenden. Speziell auf Pokémon GO bezogen, lässt sich die E-Mail denkbar vielfältig einsetzen:

  • Erinnerung, dass der Spieler sich seit einer bestimmten Zeit nicht mehr eingeloggt hat.
  • Exklusive Tipps und Tricks, darunter an welchen Orten besondere Monster und Gegenständer verborgen sind.
  • Die nächsten PokeStops
  • Nachrichten, wenn deine Arenen angegriffen werden #TeamMysticRules
  • Vorstellung neuer exklusiver Partnerschaften

Team Mystic

 

Pokémon GO und E-Mail haben also das Potenzial, ein starkes Team zu werden. Insbesondere bei Gutscheinen macht es durchaus Sinn, diese den jeweiligen Spielern via E-Mail zukommen zu lassen.

Natürlich können wir an dieser Stelle nur spekulieren, wohin sich das Spiel weiter entwickeln und welche Kooperationsmöglichkeiten es zukünftig hinsichtlich E-Mail Marketing geben wird. Leider verfügen wir nicht über die Kräfte eines Xatu. Dass aber in diesem Bereich was passieren wird, scheint klar zu sein. Bis dahin werden wir fleißig die Straßen rauf und runter gehen, alle Monster zu fangen, an unseren Trainer-Skills arbeiten und aufmerksam die Marketing-Branche verfolgen.

Pikachu

 

Wenn Sie kreative Ideen haben, dann treten Sie mit uns in Kontakt. Twittern Sie mit uns (@mailjet_de) oder schreiben Sie uns auf unserer Facebook-Pinnwand.