Jan Bernecke

// Marketing Manager D/A/CH

Unternehmen jeglicher Größe greifen für Ihre Kundenkommunikation per E-Mail gerne auf “Noreply” E-Mails zurück. Der vermeintliche Vorteil für die Absender: Die Antwort der Kunden verstopft nicht den Posteingang und muss nicht manuell bearbeitet werden.

Doch ist dies wirklich so?

Verwenden auch Sie Noreply E-Mails – oder planen es zu tun – und fragen sich, ob diese E-Mail Praxis wirklich sinnvoll?

In diesem Artikel erfahren Sie alles über Noreply E-Mails, mögliche Gründe, was dagegen spricht und welche Alternativen sich anbieten.

 

Was sind Noreply E-Mails?

Der englische Ausdruck “no reply” bedeutet übersetzt so viel wie “keine Antwort”.

Im Rahmen des E-Mail Marketings handelt es sich um automatisierte E-Mails. Noreply E-Mails werden mit dem Ziel verschickt, den Empfänger zu informieren, ohne eine Antwort auf diese Nachricht erhalten zu wollen.

Der Einsatz von Noreply E-Mails ist vielfältig. Besonders nach Transaktionen wie einem Kauf in Onlineshops oder der Buchung bei Reiseunternehmen wird Ihnen diese Art von E-Mails häufig begegnen.

Obwohl Noreply E-Mails ursprünglich als Transaktionale E-Mail konzipiert worden sind, finden solche Nachrichten auch bei Marketing E-Mails wie etwa dem Newsletter Anwendung.

noreply Allianz

Beispielbild einer Noreply E-Mail
 

Darum sollten Sie keine Noreply E-Mails Adressen verwenden

 

1. Der Empfänger fühlt sich nicht wertgeschätzt

In vielen Fällen möchten Ihre Kunden und Zielgruppen mit Ihnen persönlich Kontakt aufnehmen. Dabei kann es sich um Rückfragen, Beschwerden, Lob oder anderes Feedback handeln.

Doch Noreply E-Mails hingegen verhindern dies.

Versetzen Sie sich zuvor für einen Moment in die Rolle des Empfängers:

Sie erhalten eine automatische Nachricht, die von Anfang an darauf ausgelegt ist, nicht weiter mit Ihnen kommunizieren zu wollen.

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Beispiel einer Noreply E-Mail bei einer Marketing E-Mail

 

Zwar kann der Empfänger technisch gesehen auf diese E-Mail antworten. Doch gibt diese E-Mail Adresse eindeutig zu verstehen, dass der Versender ausdrücklich keine Antwort haben möchte.

Die Noreply E-Mail Adresse schreit förmlich: “Bitte nehmen Sie unsere Nachricht zur Kenntnis, aber belästigen Sie uns nicht mit Ihrer Antwort.”

Statt mit ihm in Dialog treten zu wollen, vermitteln Sie eher den Eindruck, dass es Ihnen egal ist.

Und genau diesen Eindruck sollten Sie als Unternehmen unbedingt vermeiden.

 

2. Ihre E-Mail Zustellbarkeit bricht ein

Viele verschiedene Faktoren entscheiden darüber, ob Ihre E-Mail letztendlich im Posteingang landet oder als unerwünschter Spam aussortiert wird.

Ihre E-Mail Mail muss bestimmte Rahmenbedingungen erfüllen, um vom ISP (Internet Service Provider) des Empfängers als vertrauenswürdig angesehen zu werden.

Der ISP prüft dabei verschiedene Aspekte der E-Mail und ihres Absendern, darunter auch die Reaktion des Nutzers auf vorangegangen E-Mails des gleichen Senders.

Hat Ihr Kontakt keine Möglichkeit auf Ihre E-Mail zu reagieren, bekommen das auch die ISPs mit. Diese fragen sich dann: “Ist irgendwas faul an der E-Mail, dass der Absender keine Antwort erhalten möchte?”

Im Zweifelsfall lassen sie Ihre E-Mails nicht durch. Die Folge sind schlechte Zustellbarkeits-Raten.

 

3. Empfänger markieren E-Mails als Spam

Insbesondere, wenn Sie Newsletter versenden, sind Sie gut beraten, auf Noreply E-Mails zu verzichten.

Denn:

Auch wenn Sie in jeder Ihrer E-Mails einen Link zur Abmeldung bereitstellen, nicht jeder Empfänger Ihrer E-Mail Kampagnen wird den von Ihnen bereitgestellten Link zur Abmeldung finden und nutzen.

Newsletter Abmeldelink

Bild: Abemeldelink bei Mailjet
 

Und viele Empfänger werden auch von Gmails neuer intelligenten Abmeldefunktion nicht erfahren haben.

Google Feature Austragen aus Newsletter

 

Stattdessen werden einige Abonnenten auf Ihre Mail antworten und um eine Abmeldung bitten.

Mit einer Noreply E-Mail Adresse laufen diese Versuche jedoch ins Leere und Sie werden dem Kontakt weiterhin Ihren Newsletter senden. Dieser wird daraufhin Ihre Mails an Spam markieren und damit Ihre Absender-Reputation dauerhaft schädigen.

E-Mail direkt in Gmail als Spam markieren

 

Die richtige E-Mail Marketing Praxis kann den Unterschied ausmachen. Um zukünftig keine E-Mail Marketing Tipps und Tricks zu verpassen, abonnieren Sie unseren Newsletter.

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Wege aus der Noreply Falle

Noreply E-Mails sind also die Einbahnstraßen der digitalen Kommunikation. Doch was bietet sich stattdessen an?

 

Richten Sie persönliche Absender-Adressen ein

Okay, Noreply E-Mail Adressen sind also keine Option. Doch welche E-Mail Adressen sollen Sie stattdessen verwenden?

Die Antwort:

Es kommt darauf an, ob es sich dabei grundsätzlich um eine Transaktions-E-Mail oder Marketing E-Mail handelt und was der Zweck der Nachricht ist. Folgende Alternativen bieten sich an:

Transaktions-E-Mail Marketing E-Mail
shop@ newsletter@
bestellung@ marketing@
kundenservice@ team@
kundensupport vorname@
info@
hallo@

Tabelle: Beispiel für kundenfreundliche Absenderadresse
 

Auf diese Weise zeigen Sie Ihren Empfängern, dass Sie ihn respektieren und an seiner Meinung sowie Rückfragen interessiert sind.

Nicht nur das Vertrauen in Sie als seriöses Unternehmen wird so gestärkt, auch die Kundenbeziehung wird gefestigt.

Beispiele für Absendernamen

Wie Sie eine neue Absender-Adresse bei Mailjet einrichten, lesen Sie hier.

 

Einrichten Sie ein eigenes E-Mail Postfach ein

Richten Sie zudem ein eigenes E-Mail Konto ein, dass von einem oder mehreren Mitarbeitern betreut wird.

Auf diese Weise sind Ihre Nutzer in der Lage, auch auf Newsletter oder Transaktionale E-Mails zu antworten und so mit Ihnen und Ihrem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Sollten Ihre Empfänger diese Möglichkeit wahrnehmen, wirkt sich dies positiv auf Ihre E-Mail Zustellbarkeit aus.

Ein eigener Posteingang speziell für Antworten Ihrer Kunden hat den zusätzlichen Vorteil, dass Sie Anfragen schnell überblicken und beantworten können, ohne dass diese in ihrem geschäftlichen E-Mail Konto Gefahr laufen übersehen zu werden.

Setzen Sie auf Kundenkontakt um die Zufriedenheit Ihrer E-Mail Empfänger hoch zu halten. Das Ergebnis werden geringe Abmelderaten und wenige Spam-Markierungen sein.

Beantworten Sie Anfragen nach Newsletter-Abbestellungen zeitnah und freundlich. Tragen Sie anschließend den entsprechenden Kontakt händisch aus Ihrer Kontaktliste aus.

Möglichkeit Empfänger von Kontaktliste zu entfernen
Austragen von Empfängern in Mailjets Kontaktverwaltung

 

Auf diese Weise vermeiden Sie Spam-Markierungen und erhalten eine saubere Liste mit interessierten Kontakten. Dies wird sich positiv auf Ihre Öffnungsrate auswirken.

Weitere Tipps und Tricks, wie Sie den Abmeldeprozess von Ihrem Newsletter optimal gestalten, finden Sie in diesem Blogartikel.