Julie Paci

// Marketing Manager Frankreich bei Mailjet

Die Feiertagssaison und besondere Marketing Events wie Halloween, Black Friday und Cyber Monday stehen im letzten Quartal des Jahres vor der Tür. Damit einhergehend werden Sendefrequenzen erhöht und Distributionskanäle erweitert, um die Reichweite eines Unternehmens zu vergrößern und möglichst viele Leads und Kunden zu erreichen.

Infolgedessen erwarten wir bei Mailjet sehr hohe Versandvolumen von unseren Absendern, und das Risiko für die Zustellbarkeit steigt, da E-Mails an ältere und inaktivere Kontakte gesendet werden. Beide Maßnahmen führen zu einer schlechten Zustellbarkeit, wenn sie nicht mit Sorgfalt durchgeführt werden.

In dem Bestreben,  die E-Mail Branche bestens auf die Feiertage vorzubereiten, geben wir Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand, wie Sie in diesem Jahr vorgehen sollten und Ihre Empfänger bestmöglich erreichen.

Darum sollten Sie Ihren E-Mail Versand für die Feiertage im Voraus planen

Kurz gesagt: Genau wie bei der Vorbereitung Ihrer Urlaubsfeiern und dem Austausch von Geschenken ist der beste Rat, den wir Ihnen geben können, Ihrem E-Mail Versand vorauszuplanen

Die meisten Einzelhändler erzielen den Großteil ihres Umsatzes im vierten Quartal oder auch Q4 und auch bei ISPs (Internet Service Provider) wie Gmail, Outlook und Yahoo! wird das E-Mail Volumen hochgeschraubt.

Somit neigen diese dazu, in dieser Zeit bei hoher E-Mail Aktivität länger zu brauchen, um Probleme bei der E-Mail Zustellbarkeit abzumildern.

Durch verantwortungsbewusstes Versenden und eine gut geplante Urlaubsstrategie können  Zustellbarkeitsprobleme verhindert und so zum Erfolg in dieser Saison beitragen.

Hier sind einige Schlüsseldaten mit großen Versandvolumen, die Sie im Auge behalten sollten:

  • 21.-26. November, 2020: Woche vor dem Black Friday, um bevorstehende Verkäufe zu bewerben
  • 27. November, 2020: Black Friday (historisch gesehen der größte E-Mail Tag des Jahres)
  • 30. November, 2020: Cyber Monday
  • 7.-24. Dezember, 2020: Wochen vor Weihnachten, um Feiertagsverkäufe zu bewerben & Kunden ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen

 

In Anbetracht der Tatsache, dass das Versenden von hohen E-Mail Volumen während der Feiertagssaison ein globaler Trend ist, sollten Sie nicht vergessen, dass ISPs diese zusätzliche Last an E-Mails von jedem Ort der Welt bewältigen müssen.

Dies kann zu Verzögerungen bei der E-Mail Zustellung und sogar zu vorübergehenden Verschiebungen führen, da die Server der ISPs mit Nachrichten überlastet sind.

Versandaktivitäten zur Feiertagssaison führen bekanntlich auch zu einer strengeren und aggressiveren ISP-Spamfilterung (wodurch es schwieriger wird, den Posteingang zu erreichen) und zu längeren Durchlaufzeiten bei Antworten von ISP-Kundensupportteams, wenn E-Mail Service Provider wie Mailjet sich an diese wenden, um Zustellbarkeitsprobleme zu lösen.

Der Schlüssel zu einer guten Zustellbarkeit während dieser Saison liegt in einer vorausschauenden Planung und einem gut durchdachten Ansatz.

Somit gehen wir im nächsten Abschnitte näher darauf ein, wie die 3 häufigsten Gründe aussehen, warum E-Mail Kampagnen nicht zugestellt werden.

Die 3 häufigsten Gründe für Zustellbarkeitseinbrüche zu Feiertagen

Von der plötzlichen Erhöhung des E-Mail Volumens (+ohne Ankündigung) bin hin zum E-Mail Versand an inaktive Empfänger – Achten Sie auf die folgenden Gründe, um Einbrüche Ihrer E-Mail Zustellung zur Feiertagssaison zu vermeiden.

1. Grund: Plötzliche Erhöhung des E-Mail Volumens “über Nacht”

In Anbetracht der Tatsache, dass das Versenden hoher E-Mail Volumen zu bestimmten Stoßzeiten ein globaler Trend ist, ist es wichtig, dass E-Mail Clients diese zusätzliche Menge an E-Mails bewältigen müssen.

Bei Mailjet sehen wir häufig einen Anstieg des E-Mail Volumens um fast 60% am Black Friday und um 17% am Cyber Monday.

Je nach E-Mail Menge kann dies zu Verzögerungen beim Versand und manchmal sogar zu Zeitverschiebungen auch bei Absendern mit einer positiven Absender-Reputation führen, wenn die Server der E-Mail Clients überlastet sind.

Es ist auch bekannt, dass der E-Mail Verkehr während dieser Zeiträume zu einer strengeren ISP-Spamfiltersytem führen. ISPs nehmen große Steigerungen des E-Mail Volumens von Newslettern als “Spikes” wahr.

Diese werden von den ISPs sehr misstrauisch angesehen, da sie das Verhalten von Spammern nachahmen bzw. eine gängige Praxis darstellt. Die Konsequenz: Die E-Mails landen im Spam-Ordner oder werden vorab blockiert.

Bounce Rate bei E-Mail Kampagne sehen bei Mailjet

Ein Blick in Ihre E-Mail Statistiken zeigt die Anzahl der Bounces an.

Dies macht es noch schwieriger für Versender, den Posteingang der Empfänger erfolgreich zu erreichen. Auch führt dies zu längeren Bearbeitungszeiten seitens des ISP-Kundensupportteams, sollten Sie diese um Hilfe bitten.

Newsletter Softwares können nicht kontrollieren, ob ein ISP die E-Mails annehmen, oder wie schnell sie auf Supportanfragen reagieren.

Im Idealfall sollte jede Volumenzunahme von einem Tag auf den anderen nie mehr als 35-40% betragen, gemessen an das Volumen, das Sie in den letzten zwei Wochen gesendet haben.

Eine sicherere Empfehlung wäre es, die Volumenzunahme auf maximal 25% zu begrenzen. D.h. wenn Sie typischerweise an 100.000 Empfänger versenden, sollten Sie bei der nächsten Kampagne ca. 125.0000 Kontakte anvisieren, dann rund 156.00o und so weiter.

Dies entspricht dem gängigen IP-Warm-Up-Plan.

Beispiel für einen IP-Warmup-Plan

Ebenso können Sie sich ganz einfach den Mailgun Podcast “Email is not dead”  in englischer Sprache anhören und erfahren, wie Sie Ihre IP-Adresse aufwärmen:

Absender mit hoher Datenqualität und Reputation können manchmal mit enormen Mengensteigerungen davonkommen. Doch das empfehlen vor allem bei den typischen E-Mail Spitzenzeiten nicht.

Diese Empfehlung zur Vermeidung von Volumenspitzen ist in erster Linie für Absender mit einer dedizierten IP wichtig, denn für diese Versender ist eine sehr gute Zustellbarkeit in der Regel besonders wichtig.

 

Beachten Sie jedoch , dass es auch für Absender im Shared Pool wichtig ist, das Versandvolumen nur gemäßigt zu erhöhen. ISPs wie Google Mail verfolgen die Reputation auf Absenderadresse und Domain-Ebene, so dass Volumenspitzen von einer bestimmten Domain auch als verdächtig angesehen werden können.

2. Grund: Plötzlicher E-Mail Versand an inaktive Empfänger

Neben einer rapiden Erhöhung des Versandvolumens, kann das plötzliche Anschreiben von inaktiven Kontakten ebenfalls zu einem Einbruch der E-Mail Zustellbarkeit führen.

Inaktive Kontakte meint Empfänger, die seit einer gewissen Zeit nicht mehr mit Ihren E-Mails interagiert hat.

Wir bei Mailjet sprechen von inaktive Kontakte, die

  • seit drei Monaten keine E-Mails mehr geöffnet oder angeklickt haben
  • sich aus der E-Mail Liste abgemeldet haben, jedoch noch im System ist und weiterhin angeschrieben werden
  • Ihre E-Mails als Spam markieren
  • oder wenn die E-Mail zurück kommt (Bounce)

 

Das unerwartete Anschreiben dieser Kontakte kann zu hohen Bounce-Raten und Spamfallen führen, wenn die zu kontaktierenden Adressen nicht mehr existieren. Beide verursachen sehr schnell Zustellbarkeits-Probleme.

Es ist unter Umständen in Ordnung, auch Ihre inaktiven Empfänger anzuschreiben, doch machen Sie es mit Bedacht.

Nehmen Sie im ersten Schritt eine Reinigung Ihrer Kontaktlisten vor und separieren Sie die inaktiven von den aktiven Empfängern.E-Mail Segment Inaktive Empfänger bei Mailjet erstellen

Beispiel für ein E-Mail Segment bei Mailjet, das inaktive Kontakte auswählt.

Führen Sie anschließend mit einem kleinen Prozentsatz dieser Benutzer als Test. Wir empfehlen diese Testgröße auf maximal 10% des Tagesvolumens zu beschränken, welches Sie zu Beginn versenden möchten.

Wenn der Test gut verläuft, dann können Sie versuchen, ihn beim nächsten Mal zu erhöhen – jedoch nur Schritt für Schritt.

3. Grund: Plötzliche Zunahme der Versandfrequenz ohne Ankündigung

Während bei einem einmaligen Massenversand eher die ISP Alarm schlagen und diese Praxis gerne direkt mit einer schlechten Zustellbarkeitsrate bestrafen, kann eine plötzliche Erhöhung der allgemeinen Verandfrequenz an die Empfänger sich ebenfalls negativ auswirken, besonders dann, wenn diese ohne Vorankündigung geschieht.

Von einer plötzlichen Erhöhung spricht man beispielsweise dann, wenn Sie Ihre Empfänger normalerweise einmal pro Woche einen Newsletter schicken und Sie den Versand von heute auf morgen auf drei Mal pro Woche erhöhen.

Doch wenn Empfänger nicht an diese neue hohe Versandfrequenz gewöhnt sind bzw. nicht informiert werden, können diese davon schnell überfordert sein oder verärgert werden.

Dies kann zu höheren Spam- und Abmelderaten sowie niedrigeren Öffnungs- und Klickraten führen.

E-Mail direkt in Gmail als Spam markieren

Option in Gmail E-Mail als Spam zu markieren.

Alle diese Reaktionen werden von ISPs negativ bewertet, was zum Weiterleiten der E-Mail in den Spam-Ordner oder direkte Blockierungen führt.

Prinzipiell ist es in Ordnung, die Versandfrequenz zu erhöhen. In jedem Fall sollten Sie eine klare E-Mail Strategie haben und nicht aus dem Bauch heraus mehr E-Mail Kampagnen als sonst zu versenden.

Schauen wir uns nun Last-Minute Zustellbatkeitsprüfungen vor der Urlaubssaison an, damit Sie Ihre Empfänger erreichen und optimale Ergebnisse erzielen.

Last-Minute Zustellbarkeitstipps für die Feiertagssaison

Nachdem wir nun die häufigsten Gründe definiert haben, die es während der Feiertagssaison und besonderen Aktionstagen  zu vermeiden gilt, gibt es weitere Tipps, um zwei entscheidende Elemente für die Zustellung Ihrer E-Mails zu verbessern: Ihre Absender-Reputation und den Inhalt Ihrer E-Mails.

Denken Sie an Ihre Absender-Reputation

ISPs berücksichtigen verschiedene Faktoren, um Ihre Absender-Reputation zu bestimmen. Es gibt verschiedene Authentifizierungsprotokolle, die Sie einrichten sollten, um ISPs zu zeigen, dass Sie ein Absender mit guten Absichten sind:

  • SPF: Ein SPF-Eintrag auf dem DNS-Server (ein Dienst, dessen Hauptfunktion darin besteht, einen Domainnnamen in eine IP-Adresse zu übersetzen) ermöglicht es den Domainnennamenbesitzern, sich um ihren Ruf zu kümmern, indem sie entscheiden, wer das Recht hat, in Ihrem Namen E-Mails zu versenden. Jede Person, die nicht auf der Liste der autorisierten Adressen steht, gilt als Betrüger.
  • DKIM : Dies ist ein Standard, der von ISPs verwendet wird, um zu überprüfen, dass während der E-Mail Routine keine Phishing-Versuche begangen wurden. Er fügt der von Ihnen gesendeten E-Mail eine eindeutige Signatur hinzu. Der empfangende Server kann die Domain-Signatur überprüfen, um die Herkunft der Nachricht zu bestätigen und sicherzustellen, dass ihr Inhalt unterwegs nicht manipuliert wurde.
  • DMARC : Es handelt sich um eine zusätzliche Schutzmaßnahme gegen den Diebstahl von Domainnamen. Wenn die SPF- und DKIM-Systeme ausfallen, teilt der DMARC-Standard dem Empfangsserver des Empfängers mit, ob die Nachricht zurückgewiesen oder als Spam betrachtet werden soll.

 

Erfahren Sie in unseren Blogartikel, wie Sie SPF und DKIM einrichten.

Passen Sie Ihren E-Mail Inhalt an

Inhaltlich gibt es ebenfalls mehrere Elemente, die die Alarmglocken der ISPs  aufschrieen lassen.

Hier sind die wichtigsten Tipps, die Sie bei der Gestaltung Ihrer Feiertags-E-Mail Kampagnen beachten sollten, damit die ISPs Sie nicht für einen Spammer halten:

  • Halten Sie Ihre Betreffzeile zwischen 35 und 50 Zeichen lang.
  • Verwenden Sie nicht ALLE GROSSBUCHSTABEN in der Betreffzeile oder im Textkörper).
  • Vermeiden Sie die Verwendung von Spam-Wörtern (“Kostenlos”, “Verkauf”, “Bargeld”, “Zeitlich begrenztes Angebot” usw.).
  • Senden Sie Inhalte, für die sich Ihre Abonnenten angemeldet haben und die von Ihnen erwartet werden.
  • Verwenden Sie ein Text-Bild-Verhältnis von etwa 60% Text und 40% Bild.
  • Fügen Sie in jede Ihrer Marketingbotschaften einen Abmeldelink ein.

 

Weitere Ressourcen zur Vorbereitung Ihrer E-Mail Kampagnen zum Jahresende

Beginnen Sie mit der Zusammenstellung erstaunlicher Marketing und oder Transaktions-E-Mails  für die Feiertage, die Ihnen helfen werden, Ihre Marke aufzubauen und Ihren Umsatz zu steigern.

Wir haben all unsere Ressourcen in einem einzigen Artikel zusammengefasst,  mit dem Sie in dieser Saison den Kampf um den Posteingang gewinnen.

Erfahren Sie unserem ultimativen Leitfaden für den E-Mail Versand zu Weihnachten, wie Sie neben überzeugenden Inhalten für Ihre Kampagnen, eine festliches E-Mail Design erstellen und wie 6 E-Mail Kampagnen Ideen für Ihre Weihnachts-Newsletter aussehen.

Und jetzt

Denken Sie daran, dass nicht nur Sie, sondern fast jeder E-Mail Versender zu diesen Spitzenzeiten mehr Kampagnen versendet. Das bedeutet einen intensiven Kampf um die Aufmerksamkeit im Posteingang.

Mehr E-Mails im Posteingang eines Empfängers (von Ihnen und dem Rest des Internets) bedeuten weniger Chancen für das Lesen einer bestimmten E-Mail. Infolgedessen kann es sein, dass Sie saisonbedingt eine etwas niedrigere Öffnungsraten sehen werden.

Daher gilt gerade zu Versand-Spitzenzeiten: Klasse ist besser als Masse. Starten Sie gleich durch. Loggen Sie sich dazu in Ihrem Konto ein oder erstellen Sie eins kostenlos:Anmelde Banner Blo Mailjet
Dies ist die bearbeitete Version eines Artikels, der ursprünglich von Lauren Meyer verfasst wurde.