Jan Bernecke

Marketing Manager D/A/CH

E-Mails werden geschrieben, um gelesen zu werden. Das gilt auch und vor allem für das E-Mail Marketing, ist aber nicht ganz so einfach, wie es zunächst scheint.

Sie kennen das Problem bestimmt aus Ihrem eigenen Postfach: Wieviele Marketing E-Mails wandern ungelesen in den Papierkorb? Vermutlich die große Mehrzahl.

Nun ist aber gerade die E-Mail Öffnungsrate ein entscheidender Aspekt bei der Auswertung einer E-Mail Kampagne. Was kann also dafür getan werden, dass Ihre Empfänger Ihre E-Mails in großer Zahl öffnen?

Erfahren Sie in diesem Blogartikel, wie sich die E-Mail Öffnungsrate errechnet, was eine gute Quote für Ihre Branche ist und was Sie aktiv tun können, um diese zu erhöhen.
  

 

Was ist die E-Mail Öffnungsrate?

Beginnen wir mit den Grundlagen: Die Öffnungsrate ist der Anteil der E-Mails, der von Ihren Empfängern nach dem Versand einer Kampagne tatsächlich geöffnet wurden.

Dieser Prozentsatz wird einfach berechnet, indem die Anzahl der geöffneten E-Mails durch die Anzahl der zugestellten E-Mails geteilt wird.

Berechnung Öffnungsrate

Formel zur Berechnung der Öffnungsrate

 

Die Anzahl der zugestellten E-Mails ist die Anzahl der Mails, die die Posteingänge Ihrer Empfänger erreicht haben.

 

Warum die Öffnungsrate so wichtig ist

Die Anzahl der geöffneten E-Mails verrät dem Absender vieles über den Erfolg seiner Kampagnen, aber auch über das Verhalten seiner Empfänger und seinen Stellenwert bei diesen.

So kann anhand der Öffnungsrate bemessen werden, wie gut die gesendeten Inhalte bei den Kontakten ankommen, bzw. wie stark diese an den empfangenen Themen interessiert sind.

Und auch über den Versender selbst sagt die Zahl der geöffneten E-Mails einiges aus: Werden die gesendeten E-Mails als Spam betrachtet oder hat der Absender den Ruf, wertvolle Kampagne zu versenden?

Und nicht zu vergessen: Eine niedrige Öffnungsrate ist für den Versender ein wichtiger Hinweis darauf, dass seine Kontaktliste nicht optimal eingeholt und gepflegt wurde.

Klicken Ihre Empfänger in den meisten Fällen nicht auf Ihre Mails, sind Sie vermutlich nicht an den angezeigten Inhalten interessiert und somit auch die falsche Zielgruppe.

Tipp: Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Kontaktlisten und entfernen Sie die Kontakte, die bereits seit längerem keine E-Mails mehr von Ihnen geöffnet haben oder bei denen diese gar nicht mehr ankommen.

 

Möglichkeit Empfänger von Kontaktliste zu entfernen

Entfernen von Nutzern aus einer Kontaktliste bei Mailjet

 

Was ist eine gute E-Mail Öffnungsrate?

Ein wichtiger Unterschied bei der Frage nach einer akzeptablen Öffnungsrate ist, ob sie Transaktionale oder Marketing E-Mails versenden.

Bei Transaktionalen E-Mails handelt es sich um Nachrichten, die durch eine Aktion des Kunden ausgelöst wurden und somit von ihm auch im Postfach erwartet werden (Registrierungen, Kaufbestätigungen, Passwortzurücksetzungen, etc).

Beispiel transaktionale E-Mail Fitbit

 

 

Das erklärt auch die höheren Öffnungsraten von Transaktionalen E-Mails.

Etwas anders sieht es bei Marketing E-Mails aus, also z.B. Newsletter oder Werbekampagnen. Diese müssen die Interessen des Empfängers treffen, damit dieser sie öffnet.

Ob das geschieht oder nicht ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig.

So ist die E-Mail Öffnungsrate abhängig von der Größe Ihrer Kontaktliste, wie oft Sie E-Mail Kampagnen versenden, in welcher Branche Sie tätig sind, usw.
Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass sich eine gute durchschnittliche Öffnungsrate zwischen 20% und 25% befinden sollte – je nach Tätigkeitsfeld kann dies stark variieren.

So können religiöse und staatliche Versender, aber auch Sportvereine oder Künstler einen höheren Schnitt erzielen, während Marketing E-Mails aus dem E-Commerce oder von Beratungsunternehmen eine eher geringere Öffnungsrate verzeichnen.

Die folgende Grafik zeigt Ihnen eine Übersicht über die durchschnittliche Öffnungsrate, gegliedert nach Unternehmensbereichen:

 

Öffnungsrate nach Industrie

Tabelle und Daten von smartinsights.com

 

 

Wie Sie Ihre E-Mail Öffnungsrate verbessern

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Sie, wenn es um die Öffnungsrate Ihrer E-Mails geht,  nicht unbedingt mit Ihren Mitbewerbern konkurrieren.

Vielmehr sind bereits versendete E-Mail Kampagnen ein Maßstab, an dem Sie sich orientieren sollten und den es zu verbessern gilt.

 

Erhöhen sich die Klicks für Ihre E-Mails, so wird dies auch Ihrem E-Mail Service Provider auffallen, der Sie mit einer verbesserten Reputation belohnen wird – eine Win-Win-Situation!

Damit Sie von einer hohen Öffnungsrate profitieren können, haben wir im Folgenden einige Punkte zusammengefasst, die mit darüber entscheiden, ob E-Mails geöffnet werden oder im digitalen Mülleimer landen.

1.Die Absenderadresse

Ihre Empfänger müssen auf den ersten Blick erkennen können, wer Ihnen eine E-Mail geschickt hat.

Nutzen Sie daher Ihren Unternehmensnamen in der Absenderadresse in Verbindung mit Begriffen wie:

Transaktionale E-Mails Marketing E-Mails
shop@ newsletter@
bestellung@ marketing@
kundenservice@ team@
kundensupport vorname@
info@
hallo@

Tabelle: Beispiele für kundenfreundliche Absenderadresse
Auf diese Weise wissen Ihre Kontakte nicht nur, dass Sie der Absender sind, es wird auch eine Kundenbeziehung aufgebaut.

Damit diese weiter gefestigt wird, sorgen Sie dafür, dass keine Noreply E-Mail Adressen verwendet werden, die dem Empfänger keine Chance lässt, auf die Nachricht zu antworten.

Transparenz und Kundennähe sind hier das A und O.

 

2. Die E-Mail Betreffzeile

Die Betreffzeile einer E-Mail ist vergleichbar mit der Überschrift eines Zeitungsartikels: Sie entscheidet darüber, ob die E-Mail bzw. der Artikel interessant genug ist, um gelesen zu werden.

Das bedeutet für den Versender von Marketing Kampagnen: Kurz, aber präzise den Inhalt der Mail thematisieren und damit im Posteingang auffallen.

Wie kann das gelingen?

Je kürzer der Text sein muss, desto schwieriger wird die richtige Formulierung. Aus diesem Grund haben wir für Ihre Inspiration 11 Ideen für die perfekte E-Mail Betreffzeile gesammelt.

Jetzt fehlt nur noch der letzte Schliff, damit sich Ihre E-Mail aus der grauen Masse im Postfach Ihrer Kontakte abhebt.

Die Lösung heisst Emojis! 😍 Sorgen Sie für Farbe und Abwechslung in Ihrer Betreffzeile, damit Ihre E-Mail zum Hingucker wird.

 

emojis-betreffzeile

Beispiel von verwendeten Emojis in der Betreffzeile im Mailjet Newsletter
 

Natürlich sollten Ihre E-Mail dennoch seriös wirken und nicht nur aus den buntenSmileys bestehen – setzen Sie sie sparsam und sinnvoll ein.

Welche Emojis sich am besten dafür eignen, erfahren Sie in unserer Infografik über Emojis in E-Mail Betreffzeilen.

3. Die passende E-Mail Kopfzeile

Neben der wichtigen E-Mail Betreffzeile wird Ihren Empfängern auch die Kopfzeile im Posteingang angezeigt.

 

E-Mail Kopfzeile Mailjet Newsletter

Beispiel der Anzeige einer E-Mail Kopfzeile

 

Lassen Sie diese Möglichkeit nicht ungenutzt. Erweitern Sie den Informationsgehalt der Betreffzeile passend, um Ihren Lesern einen stärkeren Eindruck davon zu vermitteln, was sie in der E-Mail erwarten wird.

Beachten Sie dabei, dass sowohl für Betreff- als auch für Kopfzeile nicht unendlich Platz zur Verfügung steht. Schicken Sie sich daher lieber zuvor eine Test E-Mail, damit Sie sehen können, ob auch wirklich der gesamte Text angezeigt wird.

 

4. Der richtige Versandzeitpunkt / Die richtige Versandfrequenz

Die Frage, wann Sie ihren Newsletter versenden spielt einen wichtige Rolle für Ihre Öffnungsrate und Ihr E-Mail Marketing allgemein.

Denn der richtige Moment des Versandes entscheidet darüber, ob Ihre Newsletter Abonnenten und Kunden Ihre E-Mails lesen oder nicht.

Der falsche Zeitpunkt wirkt sich negativ auf Ihre Öffnungsraten und somit natürlich auch auf Ihre Klick- und Konversionraten aus. Demzufolge bringt auch eine tolle E-Mail Kampagne mit interessanten Inhalten nicht viel, wenn Sie zum falschen Zeitpunkt versendet wird.

Auch bei diesem Thema muss wieder zwischen den beiden verschiedenen Arten von E-Mails unterschieden werden.

Während Kunden eine Transaktionale E-Mail sofort nach der entsprechenden Aktion erwarten, sind Marketing E-Mails schwieriger zu planen.

Die Antwort auf die Frage, wann der richtige Versandzeitpunkt für Ihre spezifische E-Mail Kampagne ist, lautet auch in diesem Falle: Es hängt davon ab.

Was auf den ersten Blick nicht ganz zufriedenstellend wirkt, ergibt bei näherer Betrachtung Sinn. Denn: Je nach Industrie und Unternehmensbranche sind die Verhaltensweisen Ihrer Kunden verschieden.

 

Statistik der E-Mail Öffnungszeiten

Beispiel: Analyse der Besuche einer Website

 

So haben Kunden im E-Commerce ein anderes Aktivitätenmuster als die Empfänger der Newsletter von Versicherungen oder Banken.

Alles zu diesem Thema und wie Sie den richtigen Versandzeitpunkt für Ihr Unternehmen ermitteln, erfahren Sie in unserem Blogartikel.

 

5. A /B Tests optimal einsetzen

Die Interessen Ihrer Kontakte optimal zu kennen und die E-Mail Kampagnen danach auszurichten ist eine wahre Kunst.

Ein wichtiges Werkzeug, dass Ihnen dabei helfen kann, Ihre Kunden besser zu verstehen, sind die A/B Tests.

Dabei senden Sie zwei verschiedenen Versionen Ihrer Kampagne an unterschiedliche Teile Ihrer Kontaktliste und analysieren danach, welche die besseren Ergebnisse erzielen konnte.

 

A/B Testing Testgruppe auswählen

Erstellen eines A / B Tests bei Mailjet

 

Testen Sie auf diese Weise verschiedene Betreffzeilen, Emojis, Kopfzeilen oder ganze Inhalte – die Ergebnisse sind für zukünftige Kampagnen Gold wert.

Noch mehr Informationen über dieses Thema erfahren Sie in unserem Blogartikel: A/B Testing im E-Mail Marketing.

 

6. Wie die Zustellbarkeit Ihrer E-Mail Öffnungsrate beeinflusst

Eine Grundvoraussetzung dafür, dass Empfänger Ihre E-Mails öffnen können, ist die Zustellbarkeit Ihrer Kampagnen.

Da sich die Öffnungsrate aus der Menge der zugestellten und nicht der versendeten Mails errechnet, hängt viel von diesem Faktor ab.

Auf dem Weg von Absender bis zum Postfach des Empfängers nehmen Ihre E-Mails eine weite Reise auf sich, auch wenn diese in Echtzeit nur wenige Sekunden dauert.

Den detaillierten Weg Ihrer E-Mails haben wir hier für Sie zusammengefasst: So funktioniert der E-Mails Versand.

Taktiken, mit denen Sie Ihre Zustellbarkeit erhöhen können. Via marketinsherpa

Im Allgemeinen hängt die Zustellbarkeit, also das Erreichen der E-Mail im System Ihrer Empfänger, vor allem von Ihrer Reputation ab.

Der Internet Service Provider (ISP) Ihrer Kontakte wird den Absender jeder E-Mail auf seine Vertrauenswürdigkeit prüfen – ist dieser in der Vergangenheit durch Spam E-Mails aufgefallen, ist die Chance gering, dass die Mail zugestellt wird oder landet direkt im Spamordner.

Benutzen Sie größere E-Mail Service Provider wie Mailjet, so profitieren Sie von der guten Reputation der zur Verfügung gestellten IP-Adresse.

Hier gilt es zwischen zwei verschiedenen Arten von IPs zu unterscheiden: Dedizierte und gemeinsam genutzte.

Während eine dedizierte IP Adresse nur von einem einzigen Kunden genutzt wird und er so alleine für die Reputation verantwortlich ist, teilt sich der Versender bei der zweiten Option die Adresse mit einem ganzen Pool von anderen Versendern.

Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Die Entscheidung, welche Option für Ihre Zwecke am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Sendevolumen
  • Sendefrequenz
  • Art der Kontaktliste
  • Art der gesendeten E-Mails

Eine gute Zustellbarkeit ist daher die Grundlage Ihrer Öffnungsrate und sollte einen dementsprechend hohen Stellenwert bei der Ausrichtung Ihrer Marketing Strategie erhalten.

Wie Ihnen das am besten gelingen wird? Lesen Sie alles zum Thema optimale Zustellbarkeit in unserem kostenlosen Guide:

Bannerbild zum Mailjet Guide: E-Mail Zustellbarkeit

Was jetzt?

Sie wissen nun, wie sich die Öffnungsrate zusammensetzt, welche Faktoren sie bedingen und wie Sie diese optimieren.

Probieren Sie dieses Wissen in Ihrer nächsten Kampagne direkt aus und erzielen Sie höhere Öffnungsraten!

Damit nichts dem Zufall überlassen wird, optimieren Sie gleichzeitig auch die inhaltliche Gestaltung Ihrer E-Mails, um Ihre Empfänger restlos zu überzeugen.

Die besten Tipps und Tricks dafür haben wir in unserem Artikel für Sie zusammengestellt: Funktionierende Newsletter Inhalte erstellen – So klappt´s.