Juliane Heise

// Country Marketing Manager D/A/CH

E-Mail Marketing wird in den meisten Fällen aus zwei Gründen betrieben:

  1. Zielgruppe zu verschiedenen Themen informieren
  2. Umsatz generieren

 

Beides geht nur, wenn die E-Mails …

  1. im Posteingang ankommen und
  2. die Empfänger die gewünschte Aktion ausführen.

 

Für Beides bedarf es eine gepflegte E-Mail Liste. Wie Sie dies erreichen, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Definition: Was ist eine gepflegte E-Mail Liste?

Eine Kontaktliste besteht prinzipiell aus drei Arten von Kontakten:

  1. aktiv: Kontakte, die eine E-Mail erhalten
  2. abgemeldet: Kontakte, die sich selber ausgetragen haben
  3. ausgeschlossen: Kontakte, die Sie als Versender selbst ausgetragen haben

 

Übersicht über den absoluten und prozentualen Anteil an Kontakten bei Mailjet.

 

Das Problem ist:

Sofern eine Kontakte ausschließlich aus “aktiven” Kontakten besteht, dann ist diese mit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gepflegt. Warum? Diese Frage beantworten wir weiter unten.

Unter einer gepflegten oder gesunden E-Mail Liste versteht man eine Kontaktliste, bei dem (1) die E-Mail Adressen tatsächlich existieren und (2) nur diejenigen Kontakte eine E-Mail erhalten, die es auch möchten.

Um dies herauszufinden bedarf es einer regelmäßigen Analyse der E-Mail Listen nach folgenden Parametern:

  1. Seit wann gibt es diese Kontaktliste?
  2. Ist die Kontaktliste offen oder geschlossen (ob E-Mail Adressen nachträglich hinzugefügt werden können)?
  3. Über wie viel Kontakte verfügt die E-Mail Liste?
  4. In welchem Status befinden sich die Kontakte (aktiv, abgemeldet, ausgeschlossen)?
  5. Welche Art E-Mails erhalten die in der Liste enthaltenen Kontakte?
  6. Gibt es diese E-Mail Adresse wirklich (kein Tippfehler oder komplett gefälschte Adresse)?
  7. Was ist die durchschnittliche Performance der Liste (Öffnungen, Klicks, Bounces, Abmeldungen etc.)?

 

Einstieg: Eine gesunde E-Mail Liste aufbauen

1. Verwenden Sie ein Double Opt-in

Ein Double Opt-in bedeutet, dass Sie, wenn sich eine Person für eine Ihrer E-Mail Listen wie Newsletter angemeldet hat, eine E-Mail abschicken, in der er aufgefordert wird, sein Abonnement zu bestätigen, indem er einem Link in der E-Mail folgt.

Mit Mailjet DSGVO konforme Newsletter Anmeldeformulare erstellen

Beispiel für eine Bestätigungs-E-Mail.

 

Die Einrichtung eines Double-Opt-In-Systems hilft Ihnen dabei:

  1. Die E-Mail Adresse gültig und nicht gefälscht ist.
  2. Der Besitzer der E-Mail Adresse ist wirklich die Person, die sich in Ihre E-Mail Liste eingetragen hat
  3. Der neue Kontakt ist wirklich daran interessiert, Ihre E-Mails zu erhalten und wird sich eher mit Ihren Inhalten beschäftigen.

 

Kurz: Das Double Opt-in Verfahren sorgt dafür, dass nur diejenigen Personen, die an Ihren E-Mails interessiert sind, auch wirklich Ihrer E-Mail Liste hinzugefügt werden.

Dies hat folgende Vorteile:

  1. Der Empfänger erklärt sich damit einverstanden, Ihre E-Mails zu erhalten, da er sogar zweimal zugestimmt hat. So wird der Abonnent Ihre E-Mails später nicht mehr als Spam einstufen.
  2. Mit der Aufforderung, auf den Bestätigungslink zu klicken, haben Sie bereits Ihre erste Interaktion mit Ihrem Abonnenten generiert. Dies ist ein positives Zeichen für die Webmails und ein guter Start für die Absender-Reputation.
  3. Sie vermeiden es, Ihren Newsletter an eine falsch eingegebene E-Mail Adresse zu senden und damit unnötige Kosten.

 

E-Mail direkt in Gmail als Spam markieren

Der E-Mail Client Gmail bietet die Möglichkeit an, eine E-Mail als Spam zu markieren.

 

Kurz: Mit dem Double Opt-in Verfahren sorgen Sie für weniger Bounces, Blockierungen, Spam-Markierungen sowie Spamfallen.

Blick in die Kampagnen-Performance im Mailjet Dashboard.

 

2. Kaufen Sie keine E-Mail Listen – niemals

Es mag verführerisch sein, eine große E-Mail Liste durch Zukauf aufzubauen, aber lassen Sie sich nicht täuschen. Es ist viel besser, eine eigene Liste von Abonnenten aufzustellen, die sich für den Erhalt Ihrer Inhalte entschieden haben.

Eine gekaufte Kontaktliste ist in der Regel von schlechter Qualität. Sie sind nicht auf Ihr Unternehmen ausgerichtet, so dass Sie keinen guten Wert aus der Interaktion mit ihnen ziehen werden – sofern überhaupt eine Interaktion stattfindet.

Die Personen, deren E-Mail Adressen Sie käuflich erwerben, werden wahrscheinlich nicht darüber informiert, dass ihre personenbezogene Daten an Sie übermittelt wurden.

Wenn sie dann E-Mails von Ihnen erhalten, werden sie die E-Mails eher löschen oder als Spam markieren statt sie zu öffnen. Auch können diese sogenannte Spamfallen in sich tragen.

Nicht bekannte Absender ist ein wesentlicher Grund für E-Mail Abmeldungen

Eine Untersuchung von Kerstin Hoffmann ergab, dass E-Mails von Absendern, die nicht bekannt sind, besonders häufig zum Löschen führt.

 

Und nicht zuletzt können Sie sich nach Art. 7 Abs. 1 der DSGVO strafbar machen. Werbe bzw. Marketing E-Mails dürfen Sie nur nach vorheriger und ausdrücklicher Zustimmung durch den Empfänger versenden.

Im Moment der Datenabgabe ist der Datenverarbeiter dabei verpflichtet, den zukünftigen Empfänger darüber zu informieren, welche Art E-Mails diese zukünftig erhalten wird.

Dieser Schritt fehlt oftmals.

Tun Sie sich und Ihrer Zustellbarkeit sowie Ruf also den Gefallen und lassen Sie die Finger von zum Kauf angebotenen E-Mail Listen und Adressen.

Sie möchten mehr dazu erfahren? Alles Wissenswerte zum Listenkauf erfahren Sie hier: E-Mail Adressen kaufen: ja oder nein?

 

Dranbleiben: Eine aktive E-Mail Liste beibehalten

1. Holen Sie sich regelmäßig Feedback

Ein Blick in die Kampagnen-Statistiken zeigt, ob und wie sich welcher Empfänger mit Ihren E-Mails interagiert. Was die E-Mail Statistiken jedoch nicht zeigen ist, warum sie sich so verhalten.

Eine Möglichkeit, dies herauszufinden ist diese zu fragen.

automatisierte Feedback-E-Mail

Beispiel für eine Feedback-E-Mail

 

Direkte Rückmeldungen zu erhalten haben eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Sie …

      • erfahren, ob Ihre Kommunikation optimal auf die Bedürfnisse abgestimmt ist,
      • gewinnen die Aufmerksamkeit bei Ihren Empfängern,
      • intensivieren die Kundenbindung,
      • erfahren, welche E-Mail Inhalte Ihre Empfänger interessieren,
      • validieren Ihre bestehendes Angebot und
      • erhalten Ideen für die Entwicklung neuer Produkte.

 

Die Antworten aus der Kundenumfrage können ebenfalls dazu genutzt werden, um Kunden je nach Verhalten und Vorlieben in Gruppen zusammenzufassen. Diese einzelnen Kundengruppen können Sie später mittels Segmentierung noch zielgerichteter ansprechen.

E-Mail Kampagnen personalisieren mit Empfänger Segmentierung

E-Mail Segmentierungs-Optionen bei Mailjet.

 

Wie Sie solche Feedback-E-Mails erstellen, das erfahren Sie in diesem Artikel: Erfolgreiche Kundenbefragung per E-Mail: So klappt’s

 

2. Inaktive Empfänger zurückgewinnen

Eine gesunde E-Mail Liste lebt von aktiven Empfängern.

Doch die Wahrheit ist:

Ein recht hoher Anteil der Empfänger lässt Ihre E-Mails einfach links liegen. Statt sie zu lesen, verstauben sie ungeöffnet im Posteingang oder werden gelöscht. Das bedeutet für Sie Arbeitszeit- und Geldverlust.

Zwar ist ein gewisser Schwund normal (eine Kontaktliste verliert jährlich im Schnitt zwischen 25 und 30 Prozent). Doch sollten Sie darauf achten, dass Sie regelmäßig inaktive Empfänger aus Ihrer Liste entfernen, um Ihre E-Mail Zustellbarkeit nicht zu gefährden.

Sofern Sie merken, dass ein Kontakt seit einigen Wochen nicht mehr mit Ihren Nachrichten interagiert, sollten Sie versuchen, ihn wieder zu “aktivieren”.

Beispiel für eine Reaktivierungs-Kampagne von OMT.

 

Wir wären nicht Mailjet, wenn wir nicht für Sie eine solche E-Mail Vorlage vorbereitet hätten. Sie ist natürlich kostenlos. Dieses Template können Sie sich hier herunterladen.

Beispiel einer mit Mailjet erstellten Einwilligungs-E-Mail

Bild einfügen Reaktivierungs-E-Mail von Mailjet.

 

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung finden Sie hier: Wie Sie inaktive E-Mail Kontakte zurückgewinnen

 

Nachpflege: Sich richtig voneinander verabschieden

1. Machen Sie es leicht sich auszutragen

Es ist nie eine gute Idee, Ihren Abmeldelink vor Ihren Empfängern zu verstecken oder den Prozess der Abmeldung schwierig, zeitaufwändig oder verwirrend zu gestalten.

Newsletter Abmeldelink

Abmeldelink im deutschsprachigen Mailjet Newsletter.

 

Wenn Empfänger einen Abmeldelink nicht finden können oder sich nicht die Zeit nehmen wollen, besteht die Gefahr, dass sie die E-Mails als Spam markieren. Und dies gilt es in jedem Fall zu vermeiden.

Kontakte, die nicht mehr an Ihren E-Mails interessiert sind und sich abmelden möchten, sollten Sie gehen lassen. Dies kommt nicht nur Ihrer Absender-Reputation zugute, Sie sparen ebenfalls auch Geld.

Warum?

E-Mail Marketing Softwares rechnen entweder nach Kontakt oder versendeter E-Mail ab. Ein “toter” Kontakt kostet Sie in beiden Fällen Geld, da ein E-Mail Versand (Option 2) zu diesem Empfänger (Option 1) stattfindet.

Tipp: Fragen Sie die Kontakte, warum Sie sich abmelden möchten. Auf diese Weise erhalten Sie wertvolle Optimierungsvorschläge.

Gründe für Newsletter-Abmeldungen Umfrage Connox

Bild einfügen Connox Abmelde Artikel

 

Wie Sie den Abmeldelink richtig angehen, erfahren Sie in diesem Artikel: Wie Sie Ihren Abmeldeprozess gestalten

 

2. E-Mail Liste selber reinigen

Ein gut sichtbarer Abmeldelink am Ende der E-Mail ist die halbe Miete. Doch nicht immer klicken die Empfänger darauf. In vielen Fällen lassen Sie Ihre E-Mails einfach ungeöffnet im Posteingang verstauben oder löschen sie jedes Mal.

Ist dies der Fall, dann entfernen Sie diese Kontakte selber.

Verfolgen Sie hier diese beiden Methoden:

      1. Grobe Reinigung nach jeder versendeten E-Mail Kampagne
      2. Intensiv-Reinigung alle paar Monate

 

Entfernen Sie nach jeder versendeten E-Mail Kampagne diejenigen E-Mail Adressen, die nicht versendet wurden (Geblockt), einen Bounce (Abbestellt) oder Spam zurückspielt.

Blick in die E-Mail Statistiken bei Mailjet.

 

Alle 3 bis 6 Monate nehmen Sie dann diejenigen Kontakte in Angriff, die Ihre E-Mails seit diesem Zeitraum nicht mehr geöffnet haben.

Wie Sie eine E-Mail Kontaktlisten-Reinigung richtig angehen, dass erfahren Sie hier: E-Mail Listen richtig reinigen [101 Guide]

 

Was jetzt?

Jetzt wissen Sie, wie Sie eine aktive und gesunde E-Mail Liste aufbauen, aufrechterhalten und wie Sie vorgehen, wenn Kontakte nicht mehr an Ihren Nachrichten interessiert sind.

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