Während ich diese Zeilen schreibe, sind es weniger als 5 Tage bis zum Inkrafttreten der der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), und Sie sind ganz bestimmt mit Informationen zu diesem Thema überhäuft worden.

Die neue Datenschutz-Grundverordnung wird das E-Mail und Newsletter Marketing grundlegend verändern. Vor allem wie E-Mail Listen aufzubauen sind, wird sich ändern.

In diesem zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre bestehenden E-Mail Listen unter der DSGVO weiter verwenden können. Sie erfahren konkret, welche eine E-Mail Sie an Ihre Newsletter-Abonnenten versenden müssen und geben Ihnen natürlich bei der inhaltlichen Erstellung konkrete Hilfestellungen.

Die richtige E-Mail Marketing Praxis, kann den Unterschied ausmachen. Um zukünftig keine E-Mail Marketing Tipps und Tricks  zu verpassen, abonnieren Sie unseren Newsletter:

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Im Bereich des E-Mail Marketings sind vor allem drei Punkte wichtig:

  1. Eine DSGVO-konforme E-Mail Marketing Software verwenden
  2. E-Mail Kontaktlisten DSGVO-konform aufbauen.
  3. Nur E-Mails an Empfänger versenden, von denen Sie eine eindeutige Zustimmung dazu haben.

Unter der DSGVO müssen Sie imstande sein, jederzeit zu beweisen, dass Sie auch wirklich die Zustimmung Ihrer Kontakte haben, ihnen Newsletter und andere E-Mails mit Marketing-Charakter zuzuschicken.

Achtung, die DSGVO gilt nicht nur für Ihre neuen, nach dem 25. Mai 2018 gesammelten Kontakte, sondern auch für alle Ihre bereits bestehenden E-Mail Kontakte.

Und genau bei diesem letzten Punkt herrscht oftmals große Unsicherheit. Die zentrale Frage, die sich zahlreiche Unternehmen gerade stellen, ist: Muss ich meine E-Mail Listen neu qualifizieren und wenn ja, wie erhalte ich eine ausdrückliche Zustimmung von meinen Empfängern?

Keine Panik, wir werden Ihnen alles erklären.

 

Wann Sie eine erneute Zustimmung der E-Mail Empfänger einholen müssen

Eine E-Mail Kampagne zur Neuqualifizierung ist eine Methode, die angewandt wird, um eine E-Mail Kontaktliste auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Methode wird von zahlreichen Marketern angewandt, um eine saubere Datenbank beizubehalten und weiterhin E-Mail Marketing Kampagnen verschicken zu können.

Auch wir bei Mailjet empfehlen dies.

Zunächst einmal gilt es zu bestimmen, für welche Ihrer Kontaktlisten eine neue Zustimmung notwendig ist. Identifizieren Sie dazu, in welcher der 3 untenstehenden Situationen Sie sich befinden:

Situation Notwendige Handlung
Die Zustimmung Ihrer E-Mail Empfänger ist nicht auf klare und transparente Weise oder sogar gar nicht eingeholt worden! ⛔ Achtung, in diesem Fall dürfen Sie keine E-Mail Kampagne zur Neuqualifizierung durchführen, denn diese Kontakte haben dem Erhalt Ihrer Informationen via E-Mails niemals ausdrücklich zugestimmt. Sie müssen diese gnadenlos löschen.
Die Zustimmung Ihrer Kontakte wurde auf klare und transparente Weise (über eine Webseite, eine App, ein Papierformular …) eingeholt, aber Sie haben keinen Nachweis dieser Zustimmung. 🚧 Wenn Sie sich in dieser Situationen befinden, müssen Sie unbedingt eine E-Mail Kampagne zur Neuqualifizierung Ihrer Kontaktlisten durchführen, um die Zustimmung dieser Kontakte einzuholen.
Die Zustimmung Ihrer E-Mail Empfänger wurde auf klare und transparente Weise (über eine Webseite, eine App, ein Papierformular …) eingeholt und Sie verfügen über den Nachweis dieser Zustimmung. ✅ In dem Fall brauchen Sie keine E-Mail Kampagne mit der Bitte zu versenden, erneut zuzustimmen. Sie können diene Empfängern weiterhin Marketing E-Mails senden, solange Sie den Nachweis dieser Zustimmung aufbewahren.

Tabelle: Wann Sie eine erneute Einwilligung Ihrer Newsletter-Abonnenten benötigen

Es ist sehr wichtig zu betonen, dass eine E-Mail Kampagne zur Listen-Neuqualifizierung nur den Zweck haben darf, diejenigen Empfänger, von denen Sie in der Vergangenheit die ausdrückliche Zustimmung erhalten haben, dass Sie sie kontaktieren dürfen, neu zu qualifizieren.

Eine solche Kampagne darf nicht als ein Mittel angesehen werden, mit dem Sie kurz vor Inkrafttreten der DSGVO noch schnell die ursprüngliche Zustimmung Ihrer Kontakte einholen.

 

Wie wird eine E-Mail Kampagne zur Neuqualifizierung durchgeführt?

 

1. Benutzen Sie ein Tool, um Ihre E-Mail Listen zu reinigen

Der erste Schritt ist, die Risiken eines „Hard Bounce” zu reduzieren, der durch ungültige E-Mail Adressen in Ihrer Datenbank verursacht werden könnte.

Dazu empfehlen wir Ihnen die Benutzung von Briteverify. Mit diesem Tool können Sie eine erste Säuberung Ihrer E-Mail Kontaktliste vornehmen. Beachten Sie jedoch Folgendes:

Erstens: Diese Methode garantiert nicht, dass Sie überhaupt keinen „Hard Bounce“ mehr in Ihrer Liste haben, sie kann jedoch die Anzahl ungültiger E-Mail Adressen reduzieren.

Zweitens: Eine solche E-Mail Kontaktlisten-Reinigung ist kein Wundermittel gegen schlechte Vorgehensweisen bei der E-Mail Listenerstellung. Sie müssen sie an einer bereits „sauberen“ Datenbank vornehmen. Anderenfalls droht die Gefahr, dass Ihre Kontakte Ihre E-Mails als Spam melden. Die Folge ist eine Verschlechterung Ihrer E-Mail Zustellbarkeit.

Drittens: Die Verwendung dieses Tools bedeutet nicht, dass Sie wie durch Zauber die Zustimmung Ihrer E-Mail Empfänger erhalten haben. Mit anderen Worten, wenn Sie in der obenstehenden Situation 2 sind, können Sie ihnen noch immer keine E-Mails schicken!

 

2. Segmentieren Sie Ihre Kontaktdatenbanken

Sobald diese erste „Hard Bounce“-Säuberung vollbracht ist, empfehlen wir Ihnen, Ihre E-Mail Liste je nach Stärke des Engagements Ihrer Kontakte zu segmentieren.

Identifizieren Sie dazu die Kunden, die Ihre E-Mails seit 12 Monaten oder länger nicht geöffnet haben, und löschen Sie sie aus Ihrer Kontaktliste.
Beispiel Segmentierung in Passport

E-Mail Segmentierungsfunktion bei Mailjet
Denken Sie daran: Wenn diese Kontakte Sie ein Jahr lang ignoriert haben, dann werden sie es auch weiterhin tun. Eine große E-Mail Liste mag zwar auf den ersten Blick verlockend sein und sieht auf dem Reporting-Papier an Ihren Chef gut aus, doch in Wahrheit kosten solche „inaktiven“ E-Mail Kontakte nur Geld.

Warum also mehr Geld für den E-Mail Versand ausgeben, wenn Sie mit einer kleineren E-Mail Liste den gleichen Traffic und Umsatzzahlen generieren können. Ihr Chef wird sich über ein höheres ROI bestimmt mehr freuen als eine quantitative Basis-Liste ;).

 

3. Gestalten Sie Ihre „Zustimmungs-Kampagnen

Hiernach ein paar bewährte Vorgehensweisen, die wir Ihnen empfehlen, um wirksame E-Mail Kampagnen zur Neuqualifizierung zu erstellen:

 

Heben Sie die Vorteile hervor

Senden Sie nicht einfach eine E-Mail, die nur nach der Zustimmung fragt. Senden Sie eher eine E-Mail, die die Leser an die Vorteile Ihres Newsletters erinnert. Bitten Sie gleichzeitig um Bestätigung, ob sie Ihre kostbaren Informationen weiterhin erhalten möchten.

Warum man sich für den Newsletter anmelden sollte

Ihre Newsletter-Abonnenten und Co. zu überzeugen ist wesentlich. Wenn Sie zum Beispiel eine E-Commerce-Lösung haben, erklären Sie ihnen, dass sie, wenn sie Ihre E-Mails nicht mehr bekommen, auch nicht mehr von Ihren Aktualitäten über Ihre neuesten Produkte oder Ihre exklusiven Sonderangebote profitieren.

 

Versenden Sie einen Reminder

Senden Sie nicht nur eine einzige E-Mail zur Neuqualifizierung, denn nicht jeder wird diese Nachricht öffnen.

Die Sendehäufigkeit ist beim E-Mail Marketing stets ein heikles Thema. Es ist nicht Sinn der Sache, seine Kontakte mit zu vielen Mitteilungen zu überhäufen.

Damit Ihre Marketing E-Mails zur Neuqualifizierung von Ihren Empfängern auch wirklich zur Kenntnis genommen wird, sollten Sie eine E-Mail Kampagne zur Neuqualifizierung erstellen, die über einen bestimmten Zeitraum geht und eine Reihe von E-Mails mit unterschiedlichen Inhalten enthält.

 

Arbeiten Sie mit mehreren Buttons

Fügen Sie nicht nur einen Button mit dem Text „Ja, ich möchte Ihre Informationen weiterhin erhalten“ in Ihre E-Mail ein. Geben Sie den Kunden die Möglichkeit, auch die gegenteilige Option auszuwählen, zum Beispiel: „Nein, ich möchte Ihre Informationen nicht mehr erhalten“.

Unser Tipp: Verknüpfen Sie diesen Button mit Ihren regulären Abmeldelink. Auf diese Weise schließen Sie die Personen, die mit „Nein“ geantwortet haben, von Ihren zukünftigen E-Mails automatisch aus.

Um rechtlich wirklich sicher zu sein, empfehlen wir beim „Ja“-Button folgende zwei Varianten:

  1. Der Link geht zu einer speziellen Landing Page mit einem responsiven Anmelde-Widget.
  2. Der Link auf eine bestimmte Dankesseite geht. In Ihren E-Mail Statistiken sehen Sie dann, wer geklickt hat. Die User, die nicht geklickt haben entfernen manuell Sie.

Wie empfehlen Ihnen, klare und detaillierte Vermerke zu verwenden.

 

Denken Sie an Multi-Channel

Benutzen Sie nicht nur einen einzigen Kommunikationskanal, um eine neue Zustimmung zu erhalten, sondern sprechen Sie Ihre Kontakte auch über andere Kanäle wie Social Media an. Sie können zum Beispiel eine Facebook-Kampagne starten, um ihre Zustimmung zu erhalten.

Egal für welchen Kommunikationskanal Sie sich entscheiden, achten Sie darauf, dass Sie die Zustimmung, sobald Sie sie eingeholt haben, gut aufbewahren.

 

Gelungene Beispiele für Neuqualifizierung-Kampagnen

Und achten Sie stets darauf, dass Ihre E-Mail Kampagne zur Neuqualifizierung klare, transparente und kurz gefasste Informationen enthält.

Zu Ihrer Hilfe finden Sie hier unten ein Modell und ein Beispiel für eine E-Mail für eine Neuqualifizierung.

Beispiel E-Mail Einwilligung DSGVO einholen
E-Mail Neuqualifizierungs-Kampagne von ReturnPath
 

Beispiel E-Mail Hubspot Zustimmung DSGVO einholenE-Mail Neuqualifizierungs-Kampagne von Hubspot
 

Beispiel E-Mail Nordstrom Einwilligung DSGVO erhaltenE-Mail Neuqualifizierungs-Kampagne von Nordstrom
 

Beispiel E-Mail Einwilligung DSGVO einholenE-Mail Neuqualifizierungs-Kampagne 
 

Fazit

Im Endeffekt muss man die DSGVO wirklich als Chance betrachten. Sie bietet nämlich Gelegenheit, Ihre E-Mail Kontaktlisten zu säubern, indem Sie „Hard Bounces“ und inaktive Kontakte beseitigen.

So erhöhen Sie das Engagement Ihrer besten Kunden und stärken die Beziehung, die Sie mit ihnen unterhalten. Diese neue Verordnung ist für Ihre Marketingstrategie also eine gute Sache!

Beachten Sie jedoch, dass die Newsletter-Abonnenten höchstwahrscheinlich zahlreiche E-Mails anderer Unternehmen erhalten werden und damit überfordert sein können. Je früher Sie also um eine erneute Zustimmung bitten, desto besser stehen die Chancen, dass Sie eine (positive!) Antwort erhalten.

Haben Sie erst einmal die ausdrückliche Zustimmung eingeholt, achten Sie darauf, sie mit sämtlichen Informationen aufzubewahren, mit denen Sie sie beweisen können: Nachweis der Zustimmung, E-Mail Adresse des Empfängers sowie das Datum, an dem die Zustimmung gegeben wurde.

 

Und jetzt?

Jetzt wissen Sie, wie ob Sie eine erneute Zustimmung Ihrer E-Mail Empfänger benötigen und wie genau Sie dies anstellen. Setzen Sie dies gleich in die Praxis um.

Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, haben wir eine spezielle Einwilligungs-E-Mail Vorlage für Sie erstellt, die Sie entweder unverändert verwenden oder an das Image Ihrer Marke anpassen können.

Laden Sie dazu diese E-Mail Vorlage im MJML- oder HTML-Format herunter und importieren Sie diese in Ihr Mailjet-Konto.

Beispiel einer mit Mailjet erstellten Einwilligungs-E-Mail

Kostenlose Einwilligungs-E-Mail Vorlage von Mailjet

Wie Sie unsere kostenlose Einwilligungs-E-Mail Vorlage richtig verwenden, erfahren Sie in unserer Anleitung: DSGVO Einwilligungs-E-Mail mit Mailjet erstellen.

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