Juliane Heise

// Country Marketing Manager D/A/CH

Der WhatsApp Newsletter hat sich in den letzten Jahren für Unternehmen zu einem beliebten Marketing-Kanal entwickelt. Viele bekannte Firmen wie Flaconi, Mydealz, SZ, Urlaubsguru etc. schwören auf diesen Kanal.

Mit der Ankündigung durch den Mutterkonzern Facebook im Juni 2019, dass das Versenden von Marketing-Newslettern über WhatsApp ab dem 7. Dezember 2019 verboten ist, müssen sich diese Unternehmen nun Alternativen suchen.

In diesem Artikel erklären wir, warum WhatsApp beschlossen hat, solche Newsletter zu verbieten und stellen Ihnen drei Alternativ-Plattformen vor.

 

 

 

Darum verbietet WhatsApp den Versand von Marketing-Newslettern

Der Große Vorteil von WhatsApp liegt in seiner breiten Verbreitung (in Deutschland).

Die Verbreitung von WhatsApp. Quelle: Statista

 

Auch hat sich WhatsApp bei Kunden als akzeptierte Kommunikations-Plattform etabliert:

Warum Unternehmen WhatsApp nutzen. Quelle: WUV

 

Dass Unternehmen früher oder später diesen Kanal für sich als Kommunikationsplattform entdecken werden, war abzusehen – und lange Zeit war dies eine sehr erfolgreiche Strategie.

Beispiel für einen WhatsApp Newsletter der Süddeutschen Zeitung

 

Das Problem: WhatsApp wurde nie als professionelle Marketing-Plattform und damit als Massenversand für Werbebotschaften konzipiert.

In den WhatsApp rechtliche Hinweise steht:

“Gewerbliche Nachrichten. Wir gestatten dir und Dritten, wie z. B. Unternehmen, über WhatsApp miteinander zu kommunizieren, beispielsweise über Informationen zu Bestellungen, Transaktionen und Terminen, Liefer- und Versandbenachrichtigungen, Aktualisierungen von Produkten und Dienstleistungen und Marketing. So kannst du zum Beispiel Informationen zum Flugstatus für eine bevorstehende Reise, einen Zahlungsbeleg für etwas, das du gekauft hast, oder eine Benachrichtigung bezüglich eines Liefertermins erhalten. Du erhältst eventuell Nachrichten mit Marketing, die ein Angebot für etwas enthalten könnten, das dich möglicherweise interessiert. Wir möchten nicht, dass du das Gefühl hast, Spam zu erhalten. Wie mit allen deinen Nachrichten kannst du auch diese Kommunikation verwalten und wir werden uns nach deiner Auswahl richten.”

Durch die etwas schwammige Formulierung “Du erhältst eventuell Nachrichten mit Marketing, die ein Angebot für etwas enthalten könnten, das dich möglicherweise interessiert.” ergab sich eine Grauzone, die WhatsApp nun schließt und ergänzte seine AGBs durch den Ansatz “Unerlaubte Verwendung von automatisierten Nachrichten und Massenversand auf WhatsApp”.

“WhatsApp ist eine private Messaging-Plattform, die ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen bei der Kommunikation mit Freunden und Familie zu helfen. Im Laufe der Zeit haben wir festgestellt, wie wichtig es Menschen ist, Unternehmen zu kontaktieren, und deshalb haben wir zwei Tools – die WhatsApp Business App und die WhatsApp Business API – entwickelt, mit denen Unternehmen Kundeninteraktionen verwalten können. Unsere Produkte sind nicht für den Massenversand oder den automatisierten Nachrichtenaustausch bestimmt. Beides verstößt seit jeher gegen unsere Nutzungsbedingungen.

Darüber hinaus wird WhatsApp ab dem 7. Dezember 2019 rechtliche Schritte gegen diejenigen einleiten, bei denen wir feststellen, dass sie beispielsweise mit automatisierten Nachrichten, Massennachrichten oder einer nicht personenbezogenen Verwendung gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen oder andere Personen bei diesem Missbrauch unterstützen.

 

Ein Dorn im Auge ist also nicht die Kommunikation zwischen Unternehmen und deren Kunden per sé, sondern der nicht personenbezogene Charakter der Nachrichten, worunter Marketing-Newsletter fallen.

 

Die Alternativen zum “klassischen” WhatsApp Newsletter

Marketing-Newsletter über WhatsApp Business

Unternehmen, die auf WhatsApp als Kommunikations-Plattform nicht verzichten wollen oder können, für die könnte WhatsApp Business eine mögliche Alternative sein.

Die WhatsApp Business App ist eine kostenlose App, die speziell für Kleinunternehmen entwickelt wurde, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben. Die Label erleichtern es Unternehmen zudem die Empfänger zu gruppen.

Beispiel für WhatsApp Nachrichten über WhatsApp Business

 

Mittlere und große Unternehmen können die WhatsApp Business API nutzen, um Kundensupport anzubieten als auch wichtige, personalisierte Benachrichtigungen an die Nutzer zu versenden.

Label-Funktion mit der WhatsApp Business API. Quelle: WhatsApp

 

WhatsApp Business ist eine geeignete Plattform, um Kunden individuelle Nachrichten zu schicken, ähnlich wie Transaktions-E-Mails. Doch der unpersönliche Massenversand von allgemeinen Marketing-Newslettern ist auch hier nicht erlaubt. Unternehmen benötigen daher eine Alternativ-Plattform.

 

Klassischer E-Mail Newsletter

Eine weitere Alternative zum WhatsApp Newsletter ist der klassische Newsletter per E-Mail. So lange Sie sich an die DSGVO und andere gültige Gesetze halten, können Sie zukünftig auf den E-Mail Newsletter setzen.

Beispiel für einen Newsletter von About You

 

Sollten Sie bislang noch keinen E-Mail Newsletter eingerichtet haben, ist jetzt der passende Zeitpunkt dies zu tun.

 

SMS

Der WhatsApp Newsletter ist im Bereich Messenger-Marketing anzusiedeln. Anders als beim E-Mail Marketing besteht die Empfängerliste nicht aus E-Mail Adressen, sondern aus Telefonnummern.

Der große Vorteil bei Messenger-Diensten und SMS ist die Nähe zum Empfänger. Eingehende Nachrichten erschienen, wenn keine andere Einstellung vorgenommen wird, als Push-Nachricht auf dem Handybildschirm und verschwindet nicht im oft vollen Posteingang.

Der FOMO-Effekt kommt hier stärker zu Tage, da wir Anwender durch den eher privaten Charakter Messenger-Nachrichten eine höhere Relevanz zuordnen als andere Medien. Dies spiegelt sich in der hohe Öffnungs- und Klickrate wieder.

Der WhatsApp Newsletter von der Helmholtz-Gemeinschaft ist ein gutes Beispiel dafür, dass dieser Newsletter leicht als SMS versendet werden kann.

Beispiel WhatsApp Newsletter von Helmholtz

 

Rechtliche Empfehlungen

Sollten Sie sich dazu entscheiden, Ihren WhatsApp Newsletter auf andere Kanäle wie E-Mail und SMS auszulagern, dann empfehlen wir Ihnen, eine erneute Einverständniserklärung Ihrer Empfänger einzuholen.

Kundeneinwilligungen sind in der Regel Plattformgebunden. Auf der Einverständniserklärungs-Seite bzw. Abonnieren-Seite wird, sofern es Unternehmen rechtlich richtig machen, genau genannt, welche genaue Kommunikation die Empfänger zukünftig erhalten werden.

Anmelde- und Anleitungs-Seite vom Helmholtz WhatsApp Newsletter

 

Das bedeutet: Sofern Sie sich dazu entscheiden, die gleichen Empfänger auf andere Kanäle anzusprechen, benötigen Sie dafür eine eindeutige Einverständniserklärung.

Denn: Eine Verlagerung Ihres WhatsApp Newsletters auf andere Kanäle ohne vorherige Ankündigung und Zustimmung der Empfänger kann schnell gegen die DSGVO verstoßen.

Sollten Sie zudem vorhaben, die über WhatsApp gesammelten Nutzerzahlen weiterhin zur Empfängersegmentierung nutzen zu wollen, dann nehmen Sie eine Datenanreicherung vor. In diesem Fall benötigen Sie zusätzlich die Zustimmung der Empfänger.

Beispiel einer mit Mailjet erstellten Einwilligungs-E-Mail

Beispiel für eine Einwilligungserklärungs-E-Mail von Mailjet. Diese Vorlage können Sie hier kostenlos herunterladen.

 

Bieten Sie Ihren Empfängern bei der Ankündigung ebenfalls die Möglichkeit, sich aus der Empfängerliste auszutragen.

SMS Newsletter mit Opt-Out Funktion von Robert Gladitz

 

Bei anderen Medien wie der E-Mail, benötigen Sie andere personenbezogenen Daten, in diesem Falle die E-Mail Adresse. Dazu sollten Sie Ihre Empfänger auf Ihre Double-Opt-in Newsletter-Anmeldeseite schicken.

Double Opt-In Verfahren bei Mailjet