Chris Coleman

Chris Coleman

Transaktionale E-Mails erhält man, wie der Name schon verrät, normalerweise nach einer Transaktion. Das ist zwar korrekt, aber keine ausreichende Definition – transaktionale E-Mails besitzen noch einige weitere Verwendungszwecke. Man erhält diese E-Mail unter Anderem bei der Erstellung eines neuen Kontos oder wenn man sein Passwort zurücksetzen lassen muss, weil man sich beim Game-Of-Thrones-Schauen ein Glas zu viel nachgeschenkt und direkt alles andere vergessen hatte.

Sie finden sich aber auch dann im Posteingang wieder, wenn man das neue Sommer-Outfit zu lange im Online-Einkaufswagen gelassen hat und man per E-Mail darauf hingewiesen wird, dass der Warenkorb verworfen wurde.

Im Grunde wird eine transaktionale E-Mail, die auch als Triggered-E-Mail bezeichnet wird, immer dann erstellt, wenn der Nutzer eine bestimmte Aktion durchführt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass traditionale E-Mails im Vergleich zu traditionellen E-Mails eine 8-mal höhere Öffnungsrate aufweisen. Und wenn Sie diese Zahl nicht beeindruckt, sollten Sie sich das Ganze wie folgt vorstellen: Nehmen Sie einfach die Einwohnerzahl von San Francisco, die ungefähr 840.000 beträgt, und stellen Sie sie der Einwohnerzahl von New York, also 8,5 Millionen, gegenüber. Ein ziemlich großer Unterschied, oder?
Da dies nun geklärt ist, sollten wir uns folgende Frage stellen: Wie kann sich Ihr Unternehmen transaktionale E-Mails zunutze machen? Eine sehr gute Frage! Nachfolgend haben wir deshalb sieben Marketing-Ideen für die mögliche Verwendung von transaktionale E-Mails für Sie zusammengetragen.

 

1. Die Feedback-Karte

Feedback ist immer eine gute Ausgangsbasis, da es Ihnen ermöglicht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. GoDaddy ist ein Paradebeispiel dafür. Jedes Mal, wenn Sie sich an den dortigen Support wenden, erhalten Sie eine E-Mail, in der Sie um Feedback gebeten werden. Und natürlich wird Ihnen auch ein entsprechender Anreiz geboten, damit Sie der Bitte auch nachkommen – und zwar ein Rabatt in Höhe von 25 Prozent auf Ihre nächste Bestellung.

Godaddy
Bitten Sie Ihre Kunden einfach um Feedback, nachdem sie angerufen oder eine Support-Anfrage gestellt haben. Anschließend können Sie ihnen noch einen Rabatt anbieten, der als Anreiz für einen erneuten Einkauf dienen kann.

 

2. Elektronische Rechnungen

Say what you want about T-Mobile’s service, but they are the king when it comes to the fun emails and taking jabs at other companies. They use your bill to prompt you to sign up for automatic billing (can you say cha-ching) and they even make a nice push to add free roaming.

Sobald Sie auf T-Mobile.com vorbeischauen, können Sie sicher sein, dass Sie die dortigen Upselling-Angebote in Windeseile zu weiteren Einkäufen verleiten werden. Und da wir gerade vom Upselling sprechen, können wir auch gleich damit fortfahren.

 

3. Upselling

Beim Upselling, das nicht mit Cross-Selling verwechselt werden sollte, geht es darum, dem Kunden bei der Aufgabe einer Bestellung die Möglichkeit zu bieten, ein höherwertiges Produkt zu erwerben. Amazon ist mit seiner Amazon-Kreditkarte ein perfektes Beispiel dafür.

Amazon 1
Das Angebot ist sehr verlockend und bietet einen derart hohen Direktwert, dass man sich gerne zwei Minuten Zeit nimmt, um eine weitere Kreditkarte zu beantragen.

 

4. Warenkorb-Abbrüche

Die E-Mail, in der darauf hingewiesen wird, dass der Warenkorb verworfen wurde, sollte wie ein gut gemeinter Hinweis verfasst sein – also ein Ratschlag, den man einem Freund gibt, wenn er zu schüchtern ist, seinen Schwarm anzusprechen. Kate Spade, ein Unternehmen, das Kleidung und Accessoires für Frauen anbietet, ist ein wahrer Meister im Umgang mit diesen Hinweisen – hier sehen Sie, wie sie das anstellen:
Kate Spade

 

Zunächst einmal schaffen Sie es einfach hervorragend, den Nutzer mit gut gewählten Bildern, Farben und Texten zum Handeln zu bewegen. Der Blick wird sofort von dem großen Finger angezogen, der auf den hervorgehobenen Rabatt zeigt. Und als ob das nicht schon mutig genug wäre, werden dem Nutzer sogar noch Cross-Selling-Angebote für andere Produkte unterbreitet, die ihm gefallen könnten. Definitiv ein selbstbewusster Auftritt!
Ebenfalls erwähnenswert ist, dass das Angebot ganz oben auf der Seite platziert wurde und alle Bestellungen kostenfrei versandt werden. Außerdem wird der Rabatt nur zeitlich begrenzt angeboten. Das ist ein cleverer Schachzug, denn bei diesen Strategien geht es vor allem darum, dem Kunden das Gefühl zu geben, dass er eine hervorragende Möglichkeit verpasst, sollte er sich dieses Angebot entgehen lassen.

 

5. Empfehlungen

Mithilfe von sozialen Medien, E-Mails und Direkt-Mails lässt sich Ihr Geschäft beachtlich ankurbeln – am effektivsten ist jedoch immer noch die gute alte Mundpropaganda. Es war schon immer die beste Möglichkeit, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen und treue Kunden zu gewinnen, und wird es wohl auch immer bleiben. Im 21. Jahrhundert haben Empfehlungen die Funktion der Mundpropaganda übernommen und viele Unternehmen lassen sich diese Empfehlungen sogar etwas kosten.
Airbnb gehört zu meinen absoluten Lieblingsunternehmen und ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich es in den höchsten Tönen lobe. Ich liebe die Plattform, ich liebe den Kundenservice und ich liebe den Bonus in Höhe von 100 USD, den man erhält, wenn man Airbnb einem Freund weiterempfiehlt.

Die Empfehlungsaufforderung ist gleich in der Reservierungs-E-Mail enthalten, so dass man sie auch ganz sicher nicht übersieht. Da man außerdem sichergehen will, dass alle für die Reise erforderlichen Informationen enthalten sind, liest man die gesamte E-Mail mindestens zweimal. Die Aufforderung ist kurz und bündig gehalten und lässt keine Fragen darüber offen, wie man seinen Freunden eine Empfehlung zukommen lassen kann.

 

6. Willkommens-E-Mails

Es geht doch nichts über eine schön geschriebene Willkommens-E-Mail, um die Grundlage für eine langfristige Kundenbeziehung zu schaffen. Die Seite 500px versteht es beispielsweise wirklich gut, neue Nutzer in Ihrer Community willkommen zu heißen

500pxDas Großartigste an der Willkommens-E-Mail von 500px ist, dass man mit Informationen geradezu überhäuft wird. Man wird nicht nur darauf hingewiesen, dass ihre Website überarbeitet wurde, sondern erhält auch Informationen dazu, wie diese Veränderungen im Einzelnen aussehen. Als Nutzer wird man beim Besuch der Website somit mit Sicherheit Ausschau nach diesen Veränderungen halten.

 

7.Wecken Sie das Interesse Ihrer Kunden

In unserem letzten Beispiel haben wir uns damit befasst, wie die Seite 500px neue Nutzer in ihrer Community willkommen heißt. Werfen wir daher nun einen Blick darauf, wie Instagram das Interesse seiner neuen Nutzer weckt.

Zunächst einmal lässt Instagram Sie von vornherein wissen, dass sie nur Fotos von Personen sehen werden, die Sie auch sehen möchten. In nur wenigen Worten wird Ihnen erklärt, dass Sie sich schöne Geburtstagsfotos von Freunden ansehen oder Kim Kardashian bei ihren Hollywood-Abenteuern begleiten können.

Der Call-to-Action ist unübersehbar und bringt Sie sofort dazu, anderen Nutzern auf Instagram zu folgen.

Aber das ist noch längst nicht alles. Anschließend zeigt Instagram Ihnen mit einem weiteren Call-to-Action in aller Kürze, wie Sie die Filter der Plattform verwenden können. Zu guter Letzt wird schließlich noch erklärt, auf welche Weise die Plattform von den verschiedenen Nutzern genutzt wird. Dadurch wird der Eindruck vermittelt, dass Instagram der perfekte Ort ist, um die schönen Momente des Lebens mit der Welt zu teilen.

Jetzt würden wir gern von Ihnen hören, welche transaktionale E-Mails Sie für gelungen halten. Schicken Sie uns über Twitter doch einfach ein paar Beispiele und wir veröffentlichen diese gern in einem zukünftigen Blogpost!