Stirbt Growth Hacking demnächst aus?

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von Oussama Ammars (Mitgründer und Partner von TheFamily) 20-minütiger Präsentation im Rahmen der BlendWebMix in Lyon, Frankreich, am 30. Oktober 2014.

Was steckt also hinter diesem interessanten Titel?

Oussama geht davon aus, dass die Techniken für das sogenannte Growth Hacking mittlerweile weithin bekannt sind. Deshalb sind sie mittlerweile deutlich weniger effizient als noch vor einiger Zeit. Was als Trend gestartet ist, wird mittlerweile häufig genutzt, allerdings dürfte es demnächst vorbei sein. Deshalb sollten wir an die Zukunft denken. Aber was bedeutet das genau? Laut Oussama ist der Kundenservice die wichtigste Priorität. Zudem sollte dieser skaliert werden. Dieses Mal können wir eine Verzögerung von fünf bis zehn Jahren gegenüber den USA vermeiden, wenn es um Start-ups geht, stattdessen können wir schon jetzt starten.

Der vorherige Absatz ist eine kurze Zusammenfassung seiner Präsentation. Da ich mich sehr für Start-ups interessiere, habe ich ein wenig Recherche betrieben und Growth Hacker gefragt, was sie über die Beständigkeit ihrer Arbeit denken.

Falls Sie nicht wissen, was Growth Hacking bedeutet, empfehle ich Ihnen, diesen Artikel zu lesen, bevor Sie weiterlesen.

 

Ein Trend?

Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf Google Trends zu “Growth Hacking” werfen:

Growth hacking on Google trends

 

Zumindest können wir sagen, dass es seit Ende 2012 ein enormes Wachstum dieses Trends gegeben hat, also seit etwa zwei Jahren.

Wenn das noch nicht ausreicht, um Sie von der Bedeutung und dem coolen Image, das damit verbunden ist, zu überzeugen, werfen Sie einfach einen Blick auf Ihre LinkedIn-Verbindungen, die früher im Bereich Marketing in Start-ups gearbeitet haben. Wie viele davon geben jetzt stolz “Growth Hacker” als aktuellen Job an? Es sind bestimmt viele.

 

Umkehr der Kurve?

Dies ist also die Stelle, an der wir uns fragen, wie diese Statistiken sich umkehren könnten. Zunächst einmal können wir nicht abstreiten, dass einige Growth Hacking-Methoden ihre ursprüngliche Effizienz aufgrund der gestiegenen Popularität verloren haben.

Eine klassische Methode für das „Einfangen“ von Besuchern war das Posten eines Links zu Ihrer Landing Page auf Hacker News und ProductHunt sowie ein Artikel auf TechCrunch, wenn Sie Ihr Produkt offiziell präsentieren. Das hat zu guten Ergebnissen geführt, heute macht das allerdings fast jeder, sodass die Listen mit neuen Produkten auf diesen Websites sehr groß geworden sind. Dadurch ist es sehr schwierig, sich von der Masse abzuheben (viele Stimmen zu erhalten und zu den besten Produkten zu zählen).

Ein weiterer Punkt: E-Mails. Dieses Werkzeug wurde von Growth Hackern ebenfalls gerne genutzt, da sie Möglichkeiten gefunden haben, um sich von traditionellen E-Mails abzuheben. Neben der berühmten Geschichte von Hotmail gab es E-Mails, die verschickt wurden, als ob sie von einem CEO stammen (oder zumindest von einer echten Person statt eines Bots: Sagen Sie Hallo zu “Émilie Mailjet”!), automatisch getriggerte E-Mails, wenn Sie ein Produkt X tagelang nicht benutzt haben und vieles mehr. Einige tolle Verbesserungen, die mittlerweile jeder nutzt. Aber wer glaubt Ende 2014 noch daran, dass der CEO eines Unternehmens, das ein Produkt verkauft, sich direkt an seine Kunden wendet? Das sorgt dafür, dass Growth Hacking ausstirbt.

 

Aber Growth Hacking stirbt nicht so schnell

Grundsätzlich geht es beim Growth Hacking um das Testen und das Wiederholen, es sind also permanente Erfindungen.

Jedes Start-up/Produkt ist unterschiedlich, deshalb wird es immer möglich sein, neue Hacks zu finden. Allerdings geht es dabei immer um Zyklen: Ein Start-up nutzt eine neue Methode, um mehr Wachstum zu erzielen und Gewinne zu machen, bis diese Methode zum Standard wird. Deshalb sollten Sie gut darüber nachdenken, wie wichtig es ist, der erste Nutzer solcher Methoden zu sein. Deshalb gibt es in Unternehmen wie Facebook oder Pinterest ganze Teams mit eigenen Programmierern, Designern und Produktmanagern, die sich mit dem Growth Hacking beschäftigen.

 

Was ist mit dem Kundenservice?

Service bedeutet, dass man Kunden zeigen sollte, wie wichtig diese sind, so als ob Sie sich einzeln um die Kunden kümmern, nicht insgesamt um den Kundenstamm. Das ist gut, um die Kunden zu binden, schließlich bleiben zufriedene Kunden gerne bei einem Unternehmen, zudem zieht es neue Kunden an. Es funktioniert praktisch als natürliche Empfehlung: Zufriedene Kunden sprechen über Ihr Produkt miteinander und bringen Ihnen so neue Kunden. Es ist also eine gute Strategie, über die jedes Start-up nachdenken und zur Priorität machen sollte. Haben Sie schon einmal ein Produkt gekauft, weil Sie es in einer Anzeige im Internet gesehen haben? Oder haben Sie schon einmal ein Produkt gekauft, weil es von einem Freund empfohlen wurde? Ich denke, Sie verstehen die Wirkung, die der Kundenservice haben kann.

Meiner Meinung nach können wir Kundenservice und Growth Hacking jedoch nicht getrennt voneinander betrachten. Wir sollten es als eine der Methoden betrachten. Kundenservice ist Teil des Growth Hackings, und diese Methode steht am Beginn eines Zyklus. Noch ist es kein Standard für Start-ups, Firmen wie Airbnb sind führend in diesem Bereich. Bei Mailjet haben wir ebenfalls verstanden, dass guter Support ein Schlüsselwert ist, deshalb bieten wir allen Kunden rund um die Uhr und so schnell wie möglich Antworten auf ihre Fragen.

In den nächsten Monaten werden Start-ups wahrscheinlich darüber nachdenken, ob diese Strategie wichtig ist und ihr Bestes tun, um einen hervorragenden Kundenservice anzubieten. In der Zwischenzeit wird es allerdings die eine oder andere neue Entwicklung geben, mit der sich Unternehmen von ihrer Konkurrenz abheben können.

Was wird das sein und welches Unternehmen wird dabei führend sein? Ich weiß es nicht.

Es ist wie bei Twitter, wo es Followings und Followers gibt. Entscheiden Sie sich für eine Seite.

Dank an Youcef Eskouri, Anthony Marnell und Clément Delangue für ihre wertvollen Ratschläge.

7 wichtige Tipps, wenn Sie Ihren E-Mail-Dienstleister wechseln

Es gibt viele Gründe, aus denen sich Unternehmen dazu entscheiden, ihre E-Mail-Dienstleister zu wechseln. Dabei kann es sich um eine wachsende Liste mit Kontakten, ein verändertes Budget oder einen Bedarf an neuen Funktionen handeln. Letzten Endes ist der Wechsel allerdings eine gute Gelegenheit, um die aktuellen Abläufe beim Versenden zu überprüfen und die Zustellbarkeit zu verbessern. Wenn Sie dabei sind, Ihren E-Mail-Dienstleister zu wechseln, dann haben Sie Glück. Wir haben für Sie eine einfache Checkliste zusammengestellt, damit Sie weniger Zeit mit dem Nachdenken über die Migration und mehr Zeit mit der Planung verbringen können.

 

1. Melden Sie sich bei Ihrem neuen E-Mail-Dienstleister an und stellen Sie sicher, dass alles funktioniert. Wenn Sie ein neues Konto anlegen, dann sorgen Sie dafür, dass Sie den gleichen Absendernamen und die gleiche Adresse verwenden, damit Ihre Bestandskunden Sie erkennen.Hier ist ein kurzer Tipp zum Erstellen eines persönlichen Absendernamens.

2. Stellen Sie sicher, dass die Authentication Keys (DKIM und SPF) auf der neuen Plattform mit der neuen IP-Adresse für E-Mails eingerichtet wurden. Dadurch wird eine gute Zustellbarkeit sichergestellt, vor allem dann, wenn Sie E-Mails per SMTP verschicken wollen. Hier finden Sie weitere Informationen zu DKIM, falls wir Sie neugierig gemacht haben.

3. Übertragen Sie Ihre Kontakte, entweder manuell per Download als CSV-Datei oder, wenn Ihr E-Mail-Dienstleister das unterstützt, durch einen automatisierten Prozess unter elastic.io. Sie sollten daran denken, dass Sie auch die Kontakte übertragen, die als unzustellbar markiert wurden oder die sich von Ihren E-Mails abgemeldet haben. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie nicht aus Versehen Spam-Mails verschicken, die dazu führen könnten, dass Ihr Konto gesperrt wird.

4. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Reputation wieder steigt, da Sie mit Ihrer IP-Adresse und Ihrer Domain umziehen (verschicken Sie zunächst nur langsam). Als Faustregel sollten Sie in den ersten Wochen nach der Umstellung auf Mailjet Ihre Kontaktliste mit 50.000 Empfängern in vier Teile aufteilen und vier Tage lang 12.500 E-Mails pro Tag verschicken. Wiederholen Sie diesen Vorgang in den ersten zwei bis drei Wochen. Dadurch lösen Sie keine Spam-Alarme aus.

5. Übertragen Sie auch Ihre HTML-Vorlagen für E-Mails, in die Sie viel Arbeit investiert haben. Das ist sehr wichtig, da Ihre Kunden sich daran gewöhnt haben, E-Mails von Ihnen in einem bestimmten Layout zu erhalten, deshalb sollten Sie diese Standards beibehalten. Auch das kann relativ einfach sein, da Sie die HTML-Codes einfach kopieren und zu Ihrem neuen E-Mail-Dienstleister übertragen können.

6. Nach der Migration Ihrer E-Mail-Vorlagen sollten Sie überprüfen, ob Ihre Links noch immer funktionieren. Falls das nicht der Fall ist, sollten Sie diese natürlich anpassen. Das gilt vor allem für den Abmelde-Button!

7. Schließlich sollten Sie Ihre Kunden auf dem Laufenden halten (bitten Sie diese darum, Ihre E-Mail-Adresse zu ihrem Adressbuch hinzuzufügen, um die Zustellbarkeit zu verbessern und dafür zu sorgen, dass Ihre Kunden alle E-Mails erhalten). Falls Sie Ihre Kontakte schon länger nicht mehr angeschrieben haben, sollten Sie darüber nachdenken, diesen erneut eine Opt-in-Mail zu schicken. So stellen Sie sicher, dass diese Ihre E-Mails wirklich erhalten. Hier sind einige Hinweise zu den Vorteilen des doppelten Opt-in-Verfahrens.